ACHIMKOENIG
  Fremdenfeindlichkeit
 
 

Fremdenfeindlichkeit und Fremdenhass

Vorab zur Fremdenfeindlichkeit

Ich möchte vorab auch auf Harald Lesch und seine Sendung Leschs Kosmos aufmerksam machen. Wir Fernsehzuschauer schätzen und achten alle diesen Wissenschaftler.
Harald Lesch setzte sich auch mit dem Thema „Konfrontation mit dem Fremden“ auseinander. Und Harald Lesch stellt auch die Frage: Steckt die ablehnung des Anderen in unseren Genen?“

 
Ich habe nun selber erst einmal im Internet recherchiert. Ich wollte wissen, was andere zum Thema Gefühle und Fremdenfeindlichkeit so schreiben. Aber alles, was ich gelesen habe, beschreibt nicht das, was ich nun schreiben werde. Ich habe auch über das Hormon Oxytocin recherchiert, das wir Menschen, aber auch unsere Vorfahren, in uns erleben. Oxytocin ist eigentlich ein Sexualhormon, ein eher Kuschelhormon und ein Bindungshormon, löst aber gleichzeitig auch ganz andere Gefühle aus.
 
Forscher einer niederländischen Universität in Amsterdam haben etwas ganz Entscheidendes herausgefunden. Sie sagten, dass dieses Hormon evolutionsbiologisch dafür mitverantwortlich ist, die eigene Gruppe zu erhalten, zu schützen, um die eigenen Gene durchzubringen. Zitat Ende.
 
Das heißt in der Regel, keine Fremden in der eigenen Gruppe. Hört. Hört.
 
Daraus ziehen nun einige Intellektuelle den Schluss, dass Oxytocin offenbar Fremdenangst und Gewalt schürt. Wenn man nun aber ganz genau darüber nachdenkt über Fremdenangst, heißt das eben noch lange nicht, dass man fremdenfeindlich gegen Fremde ist, außerhalb meiner Gruppe, nur weil sie fremde sind. Wir erleben tatsächlich nur Fremdenangst, wenn sich Fremde in unserer Gruppe ausbreiten, durch die wir uns fremd fühlen. Dazu muss man die Frage stellen, wer ist eigentlich fremd? Man wirft uns Deutschen vor, schon vor vielen Jahrzehnten, ein Einwanderungsland zu sein, wo Polen damals in das Ruhrgebiet einwanderte, wo verfolgte Hugenotten nach Deutschland eingewandert sind und andere Menschen aus Osteuropa zum Beispiel, und wir am Ende ein deutsches Gruppengefühl erlebten.
 
Aber Fakt ist, alle diese Menschen waren gar keine Fremden. Sie stammen alle von der mittel- bis nordeuropäischen großen Volksgruppe ab, zu der wir Deutschen auch gehören. Wir haben uns zusammen alle gar nicht so unterschieden, weder im Äußeren, im Aussehen, noch kulturell, noch religiös, und viele Polen hatten dann auch einen deutschen Namen angenommen und niemand konnte bald einen Polen von einem Deutschen unterscheiden, gefühlsmäßig. Bestes Beispiel ist heute Helene Fischer, die eine Weißrussin ist, aber glatt als gefühlt erlebende Deutsche gewertet wird. Das alles ist nun aber mit den meisten Türken, mit Arabern, mit Afrikanern, mit Asiaten, heute nicht mehr hinzubekommen. Diese heutigen Fremden, die man uns aufzwingt, mit denen wir zusammenleben sollen, aber nicht zusammenleben wollen, gründen nun selbst neue Gruppen in meiner Gruppe, gründen Parallelgesellschaften und zerstören damit meine gefühlt erlebende Gruppengemeinschaft.
 
Fakt ist, wenn wir tatsächlich das Gefühl erleben könnten, das unsere Gruppe richtig geschützt ist gegen Fremde, so wie es z. B. in Japan erlebt wird, die keine Überfremdung zulassen, und wir auch keine Angst haben brauchen, dass unsere Gruppe zerstört wird durch Fremde, dann sind wir doch niemals fremdenfeindlich. Man kann sagen, wir sind nicht fremdenfeindlich, wir wollen nur unsere Gruppe erhalten, in der wir uns wohl und geborgen fühlen. Wenn wir wirklich fremdenfeindlich wären gegenüber allen Fremden auf dieser Welt, dann würden wir doch nicht zu Fremden z. B. nach Afrika in den Urlaub fliegen und uns da von Fremden verwöhnen lassen. Und jeder weiß, wie gastfreundlich wir Deutschen waren bei der Fußball-WM in Deutschland, wo wir viele ausländische Gäste bei uns hatten, die aber wieder zurück in ihre heimatliche Gruppe flogen. Aber von Fremdenfeindlichkeit war nichts zu merken in Deutschland.
 
Also noch einmal: Wenn ich meine eigene Gruppe vor Fremden, mit denen ich nicht zusammen leben will, geschützt erlebe, kann ich keine Fremdenfeindlichkeit erleben, weil es keine Fremden gibt in meiner Gruppe, die wieder neue eigenständige Gruppen bilden können, die Parallelgesellschaften gründen wollen.
 
Ich möchte an dieser Stelle einmal unseren leider verstorbenen Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt aus einem Interview zitieren, aus dem Zusammenhang, der ja nun wirklich sein deutsches Volk, das er ja regierte, gut kannte. Ich zitiere: Jetzt sitzen wir da mit einer sehr heterogenen, de facto multikulturellen Gesellschaft und werden damit nicht fertig. Die Deutschen wollen das auch gar nicht. Sie sind innerlich weitgehend fremdenfeindlich. Zitat Ende.
 
Eine innerliche Fremdenfeindlichkeit, die uns angeboren ist – dazu komme ich bald – ist harmlos zunächst, das ist keine Fremdenhasserlebung. Und noch etwas ist sehr wichtig zu wissen. Die Zerstörung der eigenen Gruppe kann nur durch ganze fremde Gruppen geschehen, aber nicht durch einzelne Fremde, fremde Menschen, die nicht in der Lage sind, sich in Gruppenstärke auszubreiten. Nur diese vereinzelten Fremden, wie Afrikaner oder Araber oder Asiaten, werden dennoch kaum ein gefühltes deutsches Gruppengefühl erleben, aber auch sie sehnen sich danach, einer Gruppe anzugehören. Aber wenn ein Deutscher z. B eine Frau aus Thailand heiratet und sie jetzt zu einer Deutschen gestempelt wird, wird immer eine Thai bleiben. Alle sagen: "Paul ist mit einer Thai verheiratet."
 
Dennoch, einzelne fremde Menschen, die nicht in der Lage sind, sich in Gruppenstärke auszubreiten, stellen keine Gefahr dar, lösen keine Fremdenangst aus, noch weniger eine Fremdenfeindlichkeit. Also herzlich willkommen, ihr vereinzelt erlebenden Fremden.
 
Kommen wir zurück auf das Hormon Oxytocin. Das, was die niederländischen Forscher herausgefunden haben, dass Oxytocin dafür mitverantwortlich ist, dass unsere Gruppe zusammenhalten will, damit unsere Gene weiter vererbt werden können, beweist nun auch, dass wir Menschen in Gruppen leben wollen. Die kleinste Gruppe ist nun die Familie. Wenn nun aber die kleinste Gruppe, die Familie, fremdenfrei bleibt und alle anderen Familien um uns herum auch alle fremdenfrei bleiben, dann bleibt ein ganzes Land fremdenfrei. Aber Oxytocin ist nicht der einzige Grund für eine Gruppenbildung. Darauf komme ich bald zurück.
 
Fakt ist, Menschen sind keine Einzelgänger. Ganz wichtig ist nun, festzustellen, dass die Zerstörung der eigenen Gruppe nicht nur durch einen gewaltsamen Krieg gegen unsere Gruppe mit vielen Toten erlebt wird, sondern auch durch eine gewaltlose Überfremdung und sich dadurch innerhalb unserer Gruppe nun neue fremde Gruppen ausbreiten als Parallelgesellschaft. Auch damit kann man die eigene Gruppe zerstören. Das ist dann jetzt eine gefühlsmäßige Zerstörung unseres Gruppengefühls und dagegen wehren sich nun natürlicherweise die eigenen Gruppenmitglieder und werden jetzt richtig fremdenfeindlich bis hin zu einer Fremdenhasserlebung mit Aggression, mit Gewalt. Aber, wie gesagt, nur gegen die Fremden, die sich in einer Gruppe ausbreiten und nicht gegen Fremde außerhalb unserer Gruppe, das muss man immer wieder betonen.
 
Fakt ist nun, diese jetzt erlebte Fremdenfeindlichkeit gegen Fremde in der eigenen Gruppe ist uns Menschen angeboren, ist uns vererbt worden von unseren Vorfahren. Gleich mehr dazu. Die Frage heißt nun: Warum bilden denn Menschen immer wieder Gruppen? Und wodurch erlebt sich eigentlich eine gefühlsmäßige Zerstörung einer Gruppe? Und warum können wir Menschen nicht multikulturell zusammenleben, das heißt, zusammenleben ohne ein Gruppengefühl zu erleben, dann würde es nämlich auch keine Fremdenfeindlichkeit geben? Niemand würde nun eine Gruppe zerstören können. Es gibt aber noch eine ganz andere wichtige Frage, die wir aufklären müssen: Warum macht die eigene Gruppe, die eigentlich sich geschützt erlebt, nun gewaltsam Krieg gegen andere Gruppen? Es gibt Gründe dafür, dazu gleich mehr.
 
Zunächst dies: Tatsächlich begehen kleine Gruppen von Schimpansen am Randes ihres Begehungsgebietes übergreifend Jagd auf noch kleinere andere Gruppen, die immer in der Minderheit sind und somit der Erfolg eines Angriffs immer gesichert ist. Die Beute sind dann meist die Weibchen und meist werden die anderen männlichen Affen, die verletzt wurden und nicht fliehen konnten, zum Teil auch gefressen.
 
Ja, so erleben sich Schimpansen eben auch. Sie sind schon sehr nahe bei den Menschen. Nun hat man um das Jahr 2000 wohl im Amazonasgebiet eine bisher unentdeckte Menschengruppe entdeckt, die Krieg von Dorf zu Dorf auslebten, wobei die Beute immer Frauen waren. Und je mehr Frauen ein Krieger klauen konnte, desto größer war sein Ansehen in der eigenen Gruppe. Ich frage mich nur, ob dieser Krieger seine geklauten Frauen immer gefragt hat, ob mal eine Frau bereit ist, Sex mit ihm zu machen. Ich sage, wohl kaum. Und das alles um das Jahr 2000 herum, wobei bei uns in Deutschland Gleichberechtigung herrschte und Frauen einen Mann ins Gefängnis bringen konnten, wenn er eine Frau sexuell belästigt hat. So unterscheiden sich dann auch wieder Schimpansen vom Menschen.
 
Ich komme nun auf die Frage zurück, warum bilden denn Menschen immer wieder Gruppen und wie erlebt sich eigentlich eine gefühlsmäßige Zerstörung einer Gruppe? Die Antwort ist eine ganz einfache Aussage. Wie ich schon sagte, erleben wir Menschen uns genmäßig zu 99 % mit den Schimpansen gleich, sprich, wir haben alle affenmäßige Wesensartgefühle vererbt bekommen. Der verstorbene Verhaltensforscher Desmond Morris schrieb einmal sinngemäß, der Mensch gehört zum Stammbaum der höher gestellten Säugetierarten (Menschenaffen). Der Mensch ist deshalb ein Herdentier, ein Rudeltier. Er wird immer wieder eher überschaubare Gruppen, Gemeinschaften, gründen. Der Mensch ist kein Einzelgänger. Zitat Ende.
 
Und Schimpansen leben nun mal in Horden, in Herden, in Gruppen. Und nun aufgepasst: In Gruppen zu leben heißt auch, Gruppengefühle zu erleben. Das heißt, Menschen wollen in einer Gruppe vor allem Vertrautheitsgefühle erleben und sich nicht fremd erleben durch zu viele Fremde in der eigenen Gruppe.
 
Durch diese Vertrautheitsgefühle erlebt man nun auch eine gefühlte Geborgenheit in einer Gruppe durch ein Gruppen-Wir-Gefühl. So einfach ist das alles, so erlebt sich eben menschliches Leben.
 
Noch einmal: Der Mensch ist kein Einzelgänger und deshalb kann er auch nicht auf Dauer multikulturell ohne Gruppengefühlserlebung auf Dauer mit allen Fremden gemischt, wie in einem Gemüseeintopf, zusammenleben. Aus diesem multikulturellen Mischmasch werden sich immer wieder Gruppen herauserleben. Das bestimmen die Gene von uns Menschen.
 
Ich möchte nun durch wenigstens zwei Wissenschaftler und einem bekannten Autor beweisen, dass es eine angeborene Fremdenfeindlichkeit gibt gegen zu viele Fremde, die sich in der eigenen Gemeinschaft ausbreiten wollen.
 
Ich zitiere nun einen Wissenschaftler aus dem Zusammenhang zu der Zeit, wo es um 1992 den Fremdenhass in Rostock-Lichtenhagen gab. Also, ich denke, das gar keine Zweifel bestehen darüber, dass die Evolution des Menschen auch getragen wurde durch Sozialtendenzen in Richtung Aggressivität, auch gerade gegenüber Fremden. Das ist keine neue Erfindung der Gegenwart. Sie können Fremdenfeindlichkeit auch beobachten bei höheren Primaten (Schimpansen), von denen man sehr genau weiß, dass sie unter Umständen in Gruppen gegeneinander kämpfen und dasselbe Verhaltensrepertoire zeigen, wie wir es jetzt in Rostock erleben. Also, die Evolution hat schon dies mit hervorgebracht. Zitat Ende.
 
Trotz des zitierten Beweises, dass dem Menschen eine Fremdenfeindlichkeit vererbt wurde, weise ich aus Fairnessgründen darauf hin, dass dieser eben zitierte Wissenschaftler auch schreibt, ich zitiere: Aber wichtig ist vielleicht, darauf hinzuweisen, dass Aggressivität und Fremdenfeindlichkeit Verhaltenstendenzen sind, die bei aller biologischen Fundierung keineswegs immer zwangsläufig zu Tage treten müssen. Zitat Ende.
 
Ich zitiere nun einen weiteren Wissenschaftler aus dem Zusammenhang: Kaum eine menschliche Verhaltensstruktur scheint also unseren Verwandten fremd. Auch Aggression gegenüber Artgenossen, Vergewaltigung, Frauenraub, ja Krieg und Mord im Sinne vorsätzlicher Tötung, gibt es bei Tieren – wie Menschenaffen. So ist unzweifelhaft, dass auch wir Menschen genetische Grundmuster für alle diese Verhaltensweisen haben und deshalb so verbreitet sind. So muss sich der Mensch in seiner jeweiligen Kultur Regeln und Normen geben, damit er sich möglichst human gegenüber seinen Mitmenschen verhält und Erziehung und Strafandrohung sollen gewährleisten, dass diese Regeln eingehalten werden. Dabei ist der Erfolg in jeder menschlichen Gesellschaft immer begrenzt gewesen und wird es bleiben, weil die biologischen Wurzeln (die Gene) immer wieder durschlagen. Zitat Ende. Also, das heißt, Erziehung und Strafandrohung sind noch lange nicht erfolgsversprechend.
 
Dazu ist nun interessant, was ein bekannter Autor im STERN unter anderem veröffentlichte. Ich zitiere wieder aus dem Zusammenhang: Eine der traurigsten Eigenschaften von Mensch und Tier ist der Hass auf Fremde und Außenseiter. Alles spricht dafür, dass er uns angeboren ist, dass also die übelbekannte Ausländerfeindlichkeit biologisch keiner Rechtfertigung bedarf, nur ist sie der Rückfall in die schiere Biologie, obwohl wir doch die Chance haben, das Tier in uns durch eine kulturelle Leistung zu zähmen. Zitat Ende.
 
Bei diesem Autor und dem zuletzt zitierten Wissenschaftler gibt es zwei Übereinstimmungen, die darin bestehen, dass weder eine Erziehung mit Strafandrohung Fremdenfeindlichkeit völlig unwirksam machen kann und die Zähmung des Tieres in uns Menschen ebenfalls nur eine Chance bleibt, auch ohne groß erfolgversprechend zu sein. Das heißt nun, dass Verstand und Vernunft Situationen herstellen muss, bei der erst gar nicht Fremdenhass erlebt wird und ausbrechen kann. Dann braucht man den Menschen nicht zu zähmen oder ihn mit Strafandrohung zu dressieren. Was, wie gesagt, beides nicht erfolgversprechend ist und Fremdenfeindlichkeit immer wieder durchbrechen wird.
 
Japan z. B. beweist nun, dass es in dem Land keine große Fremdenfeindlichkeit gibt, weil Japan ganz einfach die eigene Gruppe vor einer Überfremdung schützt. Die Japaner sind eben klüger als die Deutschen. Sprich, keine Fremden, dann keine Fremdenfeindlichkeit. Aber aus vielen Fremden als Vielfalt wird Fremdenfeindlichkeit.
 
Bei uns in Deutschland sind der Verstand und die Vernunft wohl anderer Meinung. Wir erleben eine Willkommenskultur für Fremde und glaubten dennoch, dass das alles ohne Fremdenfeindlichkeit ausgeht. Aber das war dann ein bis heute schwerwiegender Irrtum, weil Politiker den Menschen mit seiner Natur in ihm, mit seinen Genen, nicht anerkennen wollten.
 
Fakt ist, dass unsere Politiker fest daran geglaubt haben, dass Verstand und Vernunft über die Gene von Menschen, über ihre Gefühle, siegen können, dass Verstand und Vernunft die Macht über uns Menschen hat. Aber unsere Politiker hätten das besser wissen können. Sie wollen einfach nicht dazulernen, was Hirnforscher, was Wissenschaftler, herausgefunden haben. Ich zitiere aus dem Zusammenhang: Freude und Trauer, Liebe und Hass, Wut und Angst, Zorn, Ekel, Begeisterung, sexuelle Erregung, Aggressivität, Angespanntheit, Glück und Furcht, sind Gefühle, und die haben die eigentliche Macht darüber, wie wir etwas erleben und wie wir handeln – Vernunft und Verstand prägen das menschliche Verhalten in viel geringerem Ausmaß als wir gemeinhin vermuten. Wir haben über unsere Gefühle keine willentliche Kontrolle. Zitat Ende.
 
Noch einmal: Deshalb wird weder eine Zähmung durch eine kulturelle Leistung Fremdenhass verhindern, noch kann keine Erziehung mit Strafandrohung Fremdenfeindlichkeit wirklich erfolgreich verhindern. Dennoch kann, wie schon einmal beschrieben, Verstand und Vernunft Sieger sein über den Fremdenhass, wenn er anerkennt, dass die Fremdenfeindlichkeit den Menschen angeboren ist und deshalb erst gar nicht Situationen herstellt, die Fremdenhass überhaupt erst auslösen. Japan hat das genau beherzigt, denn auch die Japaner sind keine heiligen Menschen. Bei einer Überfremdung würden auch sie Fremdenhass ausleben. Das heißt nun, Schuld an dem ganzen Fremdenhass, der in Deutschland ausgebrochen ist, haben die Politiker gehabt.
 
Wir müssen nun noch viel mehr über Gefühle diskutieren, die uns Menschen angeboren bzw. vererbt wurden von unseren Vorfahren.
 
Fakt ist, Menschenaffen, sprich Schimpansen, leben und überleben ohne unseren menschlichen Bewusstseinsverstand, den haben Schimpansen halt nicht. Menschenaffen leben und überleben nur durch drei Wesensartgefühle, das ist erstens das Nahrungstriebgefühl, sprich Selbsterhaltungstriebgefühl, sprich das Fortpflanzungstriebgefühl, und drittens – was man nie so richtig ernst genommen hat – das Herdentriebgefühl, sprich bei Menschen erlebt, das Gruppentriebgefühl. Das sind die Lebenssäulen, wobei Hormone, wie auch das Hormon Oxytocin, mit verantwortlich ist.
 
Und nun aufgepasst, wenn diese drei Wesensarttriebgefühle nicht ausreichend befriedigt werden, wenn z. B. Menschen nicht genug Nahrung haben, um ihren Selbsterhaltungstrieb befriedigen zu können, wenn also Not und Elend erlebt werden, und wenn das Gruppentriebgefühl durch eine Überfremdung überfordert wird und sich Parallelgesellschaften gründen, dann wird, egal, welches dieser drei lebenswichtigen Wesensarttriebgefühle nicht ausreichend befriedigt werden kann, Hass, Aggression und Gewalt erlebt werden.
 
Fakt ist, das Hassgefühl ist ein Gefühl, das immer erst durch einen Grund zuvor ausgelöst wird. Hass erlebt sich nie eigenständig ohne Grund. Wer Hass nicht erleben will, muss immer erst den Grund, der Hass auslöst, beseitigen. Egal, warum Ulrike Meinhof/RAF Hass und Gewalt auslebte, egal, warum Menschen aus Hass die beiden Türme in New York in Schutt und Asche geflogen haben, immer hat es dafür einen Grund gegeben. Selbst wenn die Vernunft diese Gründe niemals anerkennen würde.
 
Und nun gibt es ein neues Kapitel bei der Gefühlserlebung. Wir Menschen erleben nun, anders als unsere Vorfahren, sprich Schimpansen, Gefühle, die kein Tier erlebt. Wir Menschen erleben alle Wesensartgefühle, die auch Tiere erleben, weil wir sie ererbt bekommen haben. Aber wir Menschen erleben nun zusätzlich Gefühle, die kein Tier erlebt. Wie zum Beispiel das Neidgefühl, das Mitleidsgefühl, das Egoismusgefühl, das Schadensfreudegefühl, das Giergefühl, das Macht- und Einflusstriebgefühl, und viele andere Gefühle. Über das menschliche Egoismusgefühl schrieb schon vor zirka 200 Jahren der Philosoph Arthur Schopenhauer sinngemäß Folgendes:
 
Der menschliche Egoismus ist kolossal, er überragt die Welt, alles für mich und nichts für den anderen, ist sein Wahlspruch. Und weil kein Tier so ist, ist der Mensch auch weniger tierisch, dafür aber umso mehr teuflisch. Zitat Ende.
 
Dennoch muss man eine kleine einschränkende Anmerkung machen. Es gibt bei den drei lebensnotwendigen tierischen Wesensarttriebgefühlen so etwas wie Untergruppengefühle, die auch etwas menschliches erleben lassen oder umgekehrt. Menschen erleben gewisse Untergruppengefühle von Schimpansen, die aber bei Menschen völlig entarteteten. Also, was ich meine, ist, dass man bei Tieren auch von einem Futterneidgefühl spricht und ein Egoismusgefühl bei der Nahrungsverteilung, und viele sprechen von einer Tierleibe, die nach menschlicher Wertvorstellung keine Liebe ist. Dennoch hatte Charles Darwin, der Evolutionsforscher, geschrieben, dass sich die Liebe bei den Tieren vorbereitet, aber erst beim Menschen daraus richtige Liebe werden kann.
 
Über die Liebe habe ich etwas geschrieben, siehe Startseite.
 
Aber die untergeordneten Instinktgefühle bei Tieren, wie z. B. das Futterneidgefühl, dienen alle nur zum Leben und Überleben. Aber alle menschlich erlebten Gefühle arten so aus, dass sie nicht notwendig sind für das Leben und Überleben der Menschen. Durch seine Giergefühle, durch seine Neidgefühle, rafft der Mensch Reichtum zusammen, den er selber gar nicht ausgeben kann. Der Mensch schafft sich Reichtum an, den er gar nicht braucht, nur um andere Menschen neidisch zu machen. Menschen mit einem Vermögen von mehr als hundert Millionen Euro hinterziehen Steuern, um noch mehr Reichtum anzuhäufen. Und genau wegen dieser Giergefühle, wegen dieser nur menschlichen Gefühle, machen Menschen Krieg und töten. Kein Tier tötet mehr Beutetiere als das Tier zum eigenen Überleben braucht. Ein gesättigter Löwe lässt in diesem Moment jedes Beutetier an sich vorüberziehen.
 
Man kann sagen, fast alle menschlichen Gefühle sind schlechte Gefühle und deswegen beschrieb der Philosoph Arthur Schopenhauer den Menschen als eher schlecht und wenig gut. Die einzigen Gefühle, die wirklich gute Gefühle sind, sind das Mitleidsgefühl und die Liebe. Beide Gefühle sind keine eigennützigen Gefühle.
 
Die Frage steht nun im Raum, woher erlebt der Mensch seine nur menschlich erlebten Gefühle? Vererbt durch die Vorfahren hat er sie ja wohl nicht bekommen, denn Affen erleben solche Gefühle nicht. Aber wir Menschen haben ja nun auch einen völlig anderen Verstand als unsere Vorfahren. Wir erleben einen Bewusstseinsverstand, den Tiere nicht erleben und können diesen Bewusstseinsverstand auch nicht so vererbt bekommen haben.
 
Fakt ist aber, dass wir Menschen unsere nur menschlichen Gefühle nur durch unseren Bewusstseinsverstand auslösen, ohne aber dass unser Bewusstseinsverstand diese Gefühle, die er selbst auslöst, unter Kontrolle hat, weder die tierischen, noch die menschlichen Gefühle hat der Bewusstseinsverstand unter Kontrolle, wie Hirnforscher das ja herausgefunden haben.
 
Und jetzt müssen wir erst einmal den Unterschied zwischen einem normalen Affenverstand und dem menschlichen Bewusstseinsverstand beschreiben. Tiere haben selbstverständlich erst einmal einen Instinkt, ein Instinktgefühl, der gekoppelt ist mit besonderen Sinnesleistungen und damit schon höchst Beachtliches leistet. Hinzu kommt auch noch ein sehr schnelles Lernvermögen, und das alles zusammen befähigt Tiere bestimmter Arten, wie z. B. Schimpansen, zu erstaunlichen Leistungen, die man mit Leistungen menschlichen Verstands vergleichen kann. Der Schimpanse kann einen Verstand eines zirka 3-jährigen Kindes erreichen.
 
Der große Unterschied zwischen dem Verstand eines Schimpansen und dem eines Menschen besteht darin, dass der Mensch planen kann, aus der Vergangenheit lernen kann, in die Zukunft hinein planen kann und etwas nach seinen Vorstellungen durchführen kann. Das unterscheidet den Menschen doch ganz wesentlich vom Tier. Das heißt, der Mensch hat einen Bewusstseinsverstand, den kein Tier erlebt.
 
Ich sage nun, ich finde den Unterschied zwischen einem Affenverstand und einem Menschenverstand so groß, dass ich mich damit schwer tue zu glauben, dass sich der Affenverstand im Laufe der Evolution einfach zu einem so menschlichen Bewusstseinsverstand einfach nur so entwickelte. Die ganze Menschwerdung vom Affen hin zum Menschen ist für mich – so, wie es Naturwissenschaftler beschreiben – ziemlich suspekt. Ich versuche einmal, sehr verkürzt zu beschreiben, wie sich Naturwissenschaftler die Menschwerdung so vorgestellt haben, unter anderem wohl auch der bekannte Verhaltensforscher Desmond Morris. Ich zitiere aus einem Buch aus dem Zusammenhang:
 
Stellen wir uns vor, eine Art Proto-Menschenaffe, von dem alle heutigen Menschenaffen abstammen. Es war der Affentyp, der von den Bäumen herab und sich auf den Boden fortzubewegen begann. Dieser Proto-Menschenaffe musste nun größer werden, um sich gegen am Boden lebende Raubtiere zu verteidigen und er musste auch gerissener werden. Auf diese Weise betrat der große Menschenaffe die Bühne. Einige dieser Tiere begannen sich nun in Richtung moderner Mensch zu entwickeln. Zitat Ende.
 
Sehr verwunderlich ist nun aber, dass es vor vielen hunderttausenden von Jahren nur ein einziges Mal passierte, dass sich ein Menschenaffe oder eine Gruppe von Menschenaffen zu modernen Menschen entwickelten und auf einmal war Schluss damit und die Menschenaffen haben sich danach bis heute nicht weiterentwickelt. Sie sind auf dem Entwicklungsstand von vielen hunderttausenden Jahren einfach stehengeblieben. Das verwundert dann auch, da Wissenschaftler uns sagten, es könnte, ich betone, es könnte, dann auch so gewesen sein. Ich zitiere aus dem Buch, dass die heutigen Menschenaffen Arten waren, die den Schritt zurück in die Wälder wagten, aus denen sie ursprünglich hervorgegangen waren. Zitat Ende. Das liest sich so, wie: Rauf auf die Bäume, der Wald wird gefegt. Das ist ja nun noch abenteuerlicher, dass Affen, die anfangen immer intelligenter zu werden, sich von alleine in die Affensteinzeit zurückversetzen.
 
Ich habe deshalb für die plötzliche Menschwerdung eine ganz andere Meinung. Ich glaube, dass in früherer Zeitgeschichte das Gehirn eines einzigen Menschenaffen eine Genmutation erlebte und dieser Affenverstand entartete so ein bisschen tumormäßig und sich dieser einzige Menschenaffe fortpflanzte und diese Genmutation zu einem menschlichen Bewusstseinsverstand entartete, die Menschwerdung einläutete, derweil alle anderen Menschenaffen nach wie vor auf ihrem Entwicklungsstand stehen geblieben sind bis heute.
 
Tatsächlich nun entwickelte sich der Menschenverstand immer weiter fort, und zwar als einziger in uns Menschen, und wir uns in allen anderen Wesensarten heute noch erleben wie in der Steinzeit.
 
Der verstorbene Verhaltensforscher Konrad Lorenz, Nobelpreisträger, schrieb einmal sinngemäß: Der Mensch ist auch heute noch mit dem Erbgut eines Spätsteinzeitmenschen geschlagen und damit muss er heute noch leben. Zitat Ende.
 
Und wenn tatsächlich als einziges in uns Menschen der Verstand sich immer weiter entwickelte, hat das schon etwas Tumorhaftes an sich und ich schlussendlich der Überzeugung bin, dass der menschliche Bewusstseinsverstand heute völlig entartet ist, denn der Mensch hat nicht mehr das unter Kontrolle, was er selbst erfunden und erforscht hat. Menschen werden immer intelligenter und die Not und das Elend immer größer. Ich sage, der Mensch zerstört heute seine Umwelt und am Ende sich selbst nur durch seinen Bewusstseinsverstand, den er nicht mehr kontrollieren kann.
 
 
 
 
 
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