ACHIMKOENIG
  Die Liebe - von einem ehemaligen Bordellbetreiber
 

Hallo Frauen, hallo Männer,

 

ich beschreibe die Liebe, von der der bekannte Philosoph David Precht meint, die Liebe kann man nicht beschreiben und die Liebe für ein unordentliches Gefühl hält. Ich, als ehemaliger Bordellbetreiber, kann aber die Liebe beschreiben, die natürlich kein unordentliches Gefühl ist.

 

Ich muss aber zunächst Folgendes anmerken: Das Thema Liebe ist nur ein Teil meiner Arbeit und ich reiße jetzt das Thema Liebe aus dem Zusammenhang meiner Hauptarbeit heraus, denn mein Hauptthema ist

 

-           männliche Sexualität

-           weibliche Sexualität

-           Männlichkeitsauslebung

-           Weiblichkeitsauslebung

-           männliche Geschlechtsehre

-           weibliche Geschlechtsehre

 

Es kommt deshalb nun gelegentlich vor beim Thema Liebe, dass Sätze auftauchen, die mehr mit meinem Hauptthema zu tun haben.

 

Wem es nun gefällt, wie ich die Liebe beschrieben habe und er auch mehr über den Unterschied weiblicher Sexualität, männlicher Sexualität wissen will, soll es mich wissen lassen. Vielleicht stelle ich dieses Thema dann auch ins Internet.

Und jetzt geht es los:


Bevor wir über die Liebe diskutieren wollen, müssen wir aus einem ganz wichtigen Grund erst einmal herausfinden, ob Tiere lieben können. Man spricht doch ständig von einer Tierliebe.

 

Gibt es nun eine Tierliebe, die vergleichbar die der Menschen ist oder gibt es sie nicht? Wissenschaftler geben oft schwammige Antworten auf solch eine Frage.

 

Der Evolutionstheologe Charles Darwin schrieb einmal, dass die Liebe eine moralische Eigenschaft ist, die sich bei den Tieren vorbereitet und beim Menschen zur Entfaltung kommt. Zitat Ende.

 

Was sich nun aber nur vorbereitet, ist eben keine Liebe. Nun ist das schon alles ein paar Jahrzehnte her, wo Charles Darwin dieses über die Liebe schrieb.

 

Ich fragte nun bei dem sehr bekannten Zoologen Prof. Dr. Henning Wiesner, Direktor des Münchener Tierparks Hellabrunn, im Jahre 2009 deshalb noch einmal an, ob Tiere lieben können. Ich zitiere nun aus dem Antwortschreiben aus dem Zusammenhang. Nach der Meinung von Prof. Dr. H. Wiesner gibt es Befindlichkeiten des menschlichen Bereichs, wie auch die Liebe, die zumindest in fließender Übergangsform beim Tier schon angedeutet ist, wenngleich dem Tier als Schlüssel meiner Frage das reflektierende Selbstbewusstsein fehlt. Dieses ist nur dem Menschen gegeben. Zitat Ende.

 

An anderer Stelle schreibt Prof. Dr. H. Wiesner: Sie müssen bedenken, dass die Liebe dem Menschen nicht angeboren ist, sondern erst beim wachsenden Kind heranreift, wenn das Selbstbewusstsein (im Alter von 3, 3 ½ - 4 Jahren) entsprechend ausgebildet ist. Zitat Ende.

 

Das bedeutet nun für mich, dass, wenn die Liebe dem Menschen schon nicht angeboren ist und nur durch einen Bewusstseinsverstand heraus erlebt werden kann, dann kann schon mal gar nicht die Liebe dem Tier angeboren sein, weil das Tier überhaupt keinen Bewusstseinsverstand erlebt. Was nicht heißt, dass das Tier überhaupt keinen Verstand hat. Durch eine Informationsbroschüre, die mir Prof. Dr. H. Wiesner zusandte, habe ich erfahren, dass Tiere lernen können, dass Tiere den Intelligenzgrad eines ca. vier Jahre alten Kindes erreichen können, aber zum Verstand einfach mehr gehört. Der Verstand kann planen, aus der Vergangenheit lernen und in die Zukunft hineinplanen. Der Verstand kann etwas nach seiner Vorstellung durchführen. Das heißt, der Mensch hat ein reflektierendes Bewusstsein und das macht den Menschen zur geistigen Person, und dies kann ein Tier nie erreichen. Zitat Ende.

 

Man kann also, genau wie bei der Tierliebe, die es auch nicht gibt, auch sagen, dass der Verstand sich beim Tier schon vorbereitet, aber erst beim Menschen zur Entfaltung kommt.

 

Noch einmal Klartext: Heißt das nun, Tiere können nicht wirklich lieben und Tiere haben nicht wirklich einen Verstand? Für alle diejenigen, die kein Abitur mit Eins bestanden haben, möchte ich alles noch einmal vereinfacht beschreiben:

 

Tiere, in der Regel die weiblichen Tiere, erleben einen instinktiven tierisch angeborenen Brutpflegetrieb, der nicht als Tierliebe bezeichnet werden darf. Sind die aufzuziehenden Jungtiere dann selbst überlebensfähig geworden, trennt sich instinktiv das Muttertier von ihren Jungen. Beim Menschen erlebt die Mutter auch, anfangs fließend vom Tier zum Mensch, den instinktiven tierischen Brutpflegetrieb, der aber bald durch eine menschliche Fürsorge ersetzt wird, was dann zur Liebe führen kann, aber nicht unbedingt führen muss. Entscheidend, ob sich die Liebe erleben kann ist tatsächlich, wie Prof. Dr. H. Wiesner schreibt, der Bewusstseinsverstand, durch den der Mensch auch erkennen kann, wie z. B. der Charakter des Anderen ist. Wenn ein Muttertier instinktiv sich von ihren Jungen trennt, sofern sie überlebensfähig sind, geschieht das durch eine Menschenmutter, die ihre Kinder liebt, nicht immer so problemlos. Eine Mutter, die ihre Kinder liebt, wird ihre Kinder meist nicht von sich aus verstoßen, wenn ihre Kinder schon selbständig geworden sind. Die Liebe macht das meist nicht möglich. Die Liebe kann ewig bleiben, selbst eine 90-jährige Mutter liebt immer noch ihr 70-jähriges Kind.

 

Es gibt nun je nach Tierart instinktive Verhaltensweisen, wo man schon das Gefühl erleben kann, als können Tiere wie Menschen lieben, vorrangig erlebt man das bei den Tierarten, die dem Menschen am nächsten stehen, wie z. B. den Menschenaffen.

 

Vor einigen Monaten gingen Bilder um die Welt, wo ein Gorillaweibchen aus dem Münsteraner Zoo ihr tot geborenes Baby sieben Tage lang
– man könnte sagen – trauernd herumtrug, wo man schon den Eindruck gewinnen konnte, dass das Tier menschenähnliche Gefühle erlebte. Dieses Gorillaweibchen hat nun ein lebendes Neugeborenes geboren und behandelt es fast liebevoll, so könnte man es ausdrücken. Darüber hinaus leben die Aufgezogenen später weiterhin auch gemeinsam in der Herde. Aber dann entfremden sich, wenn man so will, über Jahre die Muttertiere von ihren jungen, die längst erwachsen geworden sind. Es gibt dann keine besondere Beziehung mehr zwischen einem Muttertier und ihren Kindern, weil ihnen der Bewusstseinsverstand fehlt. Darin unterscheiden sich Tiere von Menschen, wonach als Beispiel eine neunzigjährige Menschenmutter in ihrem siebzig Jahre alten Kind immer noch ihr Kind sieht, das sie auch lieben kann, obwohl ihr Kind längst eine neue Familie gegründet hat.

 

Man könnte nun folgendes Urteil abgeben: Auch Menschenaffen erleben im menschlichen Sinne keine Liebe. Kein Tier erlebt z. B. auch eine Nächstenliebe wie der Mensch. Dieses Verhalten der Menschenaffen, das sich auch sehr liebevoll anmutet, ist dennoch nur ein tierisch instinktiv erlebender Brutpflegetrieb mit einer fließenden Vorbereitung hin zu einer menschlichen Liebe, die aber dann wirklich nur der Mensch schlussendlich erlebt. Ich betone noch einmal, dass auch die menschliche Mutter, die ja auch Tier ist, anfänglich fließend diesen instinktiven tierischen Brutpflegetrieb erlebt, der aber bald in eine rein menschliche Fürsorge übergeht, die sich im Übrigen durch eine Mutter fürsorglicher erlebt als durch einen menschlichen Vater, dafür ist das hormonelle unterschiedliche System verantwortlich. Und aus dieser menschlichen Fürsorge, die, wie gesagt, meist mehr durch die Mutter erlebt wird, kann sich die menschliche Liebe entfalten oder auch nicht. Es ist schon erstaunlich, dass die Liebe, die jeder Mensch als Gefühl erlebt durch den Bewusstseinsverstand des Menschen, den kein Tier erlebt, heraus erlebt wird. Aber das Gefühl von Schadenfreude, von Neid, von Mitleid wird ja auch nur durch den menschlichen Bewusstseinsverstand erlebt. Das alles erlebt ja auch kein Tier.

 

Kommen wir nun erst einmal zu einem ganz entscheidenden Punkt: Dem Charakter des Menschen.

 

Man muss nun Folgendes wissen: Jeder Mensch wird mit einem so genannten Grundcharakter geboren. Der kann mal gut, mal weniger gut sein, der kann mal schlecht sein, mal weniger schlecht sein. Dieser Grundcharakter ist unveränderlich. Durch eine Erziehung kann der Grundcharakter sich nicht wirklich verändern, allenfalls kann der Mensch lernen, sich zu verstellen, so dass er etwas undurchsichtig wird.

 

Ich möchte nun der Einfachheit wegen, der Erklärung wegen, von einem schlechten Charakter und einem guten Charakter bei meiner Zusammenfassung schreiben: Ein Mensch mit gutem Grundcharakter, den man aber erst erkennen muss, das braucht lange Zeit, der trotz alledem auch mal in den „Knast wandern“ kann, hat bessere Chancen, einmal geliebt zu werden als ein Mensch mit schlechtem Grundcharakter, der sich aber nach außen hin verstellt und als Moralapostel auftritt. Kinder werden also mit einem bestimmten Grundcharakter geboren. Die Eltern, die Mütter, haben die besten Chancen, durch das Heranreifen, Heranwachsen der Kinder, durch viel Zeit, herauszufinden, ob das Kind einen guten Grundcharakter hat oder einen eher schlechten Grundcharakter. Glaubt eine Mutter, in ihrem Kind nun nur Gutes zu erkennen, wird eine Mutter ihr Kind eher lieben können als wenn ihr Kind zunehmend einen schlechten Charakter entwickelt. Nicht immer wird automatisch Liebe in einer Mutter-Kind-Beziehung erlebt. Es gibt halt auch Eltern mit einem schlechten Grundcharakter, die Kinder zeugen, wo sich die Kinder wegen des schlechten Grundcharakters der Mutter auch nicht immer geliebt gefühlt erleben, sich nicht geborgen fühlen und nicht selten Eltern ihre Kinder sogar verleugnen.

 

Wenn man nun einen Menschen kennenlernen will, wenn man herausfinden will, ob man einen Menschen lieben will, muss man durch lange, sehr lange Zeit versuchen, herauszufinden, wie sein unveränderlicher Grundcharakter überhaupt ist, da muss der Mensch seinen Bewusstseinsverstand gebrauchen. In der Regel verstellen sich alle Menschen. Sie verstellen sich so, dass sie glauben, so gefallen sie den anderen und viele machen das sehr geschickt, das heißt, viele fallen auf einen Menschen rein. So glauben viele Menschen, einen Menschen zu lieben und werden dann einmal sehr enttäuscht werden, wenn sie den wahren Grundcharakter erkannt haben. Aber erst dann, wenn man einen Menschen richtig erkannt hat, und das weit über zehn Jahre hinausgehen kann, erst dann hat die Liebe eine gute Chance zur stärkeren Kraft zu werden.

 

Bei der Liebe der Mutter zum Kind hat sie die Möglichkeit, von Geburt an herauszufinden, wie sich ihr Kind vom Grundcharakter her entwickelt, um das Kind dann für immer lieben zu können oder es irgendwann mal nicht mehr tut.

 

Es gibt ein großes Problem bei den Kindern, die sich immer nur geliebt gefühlt haben durch die Mutter. Das heißt, dass sie immer behütet und umsorgt wurden und Geborgenheit erlebten. Diese Kinder konnten ihrer Mutter meist keine Liebe zurückgeben, denn zu lieben, so, wie es eine Mutter tut, heißt zu geben. Kinder also fühlen sich nur geliebt, sie nehmen nur und dürften eigentlich niemals sagen „Mutter, ich liebe Dich“, sondern dürften nur sagen „Mutter, ich fühle mich von Dir wahnsinnig geliebt, ich fühle mich wohl und behütet“. Kinder können nun auch die Mutter zurücklieben, denn, wenn die Mutter selbst Hilfe braucht, z. B. aus Altersgründen, und man nun die Mutter umsorgt, behütet und ihr Geborgenheit zurückgibt. Das heißt, man gibt jetzt auch Liebe zurück. Meistens aber entschwinden Kinder frühzeitig aus der Liebe der Mutter, wenn sie in die
Pubertät kommen und die Sexualität sie dazu drängt, einen neuen fremden Partner zu suchen und vergessen leider viel zu oft, dass sie noch eine Mutter haben und erleben sich tatsächlich sehr oft nun wie instinktive Tiere. Das heißt, zu lieben, selbst jemanden zu lieben, zu behüten, zu umsorgen, hatten Kinder bis jetzt nie ausleben brauchen. Bislang gab es immer diese Einbahnstraße: Die Mutter liebte ihre Kindern und die Kinder fühlten sich geliebt. Damit aber ist nun Schluss. Ab dem Moment, wo man einen neuen fremden Partner kennenlernt. Einen neuen Partner, der natürlich auch nur von der Mutter geliebt wurde und die Mutter bislang auch nicht zurücklieben brauchte. Beide wollen anfangs nun auch immer sich zuerst genau wie durch eine Mutter geliebt gefühlt erleben. Ganz abgesehen nun von der neuen Sexualitätserlebung und der weiblichen wie männlichen Wesensart, die alles nichts mit der Liebe zu tun hat, aber jetzt sehr stark eingefordert wird. Die Natur setzt sich jetzt im Menschen durch und das in viel stärkerem Maße, stärker jedenfalls als die nur menschliche Liebe. Aber was die Liebe betrifft, wo man sich zunächst von einer Mutter nur geliebt gefühlt6 erlebt, sich behütet fühlt, sich umsorgt fühlt, sich geborgen fühlt, nicht einsam fühlt, kann bei zwei fremden Menschen, die aus Gründen der Geschlechtstriebkraft und Männlichkeitserlebung und Weiblichkeitserlebung sich magisch anziehen haben lassen, das jetzt nicht mehr funktionieren, sich nur geliebt zu fühlen. Von jetzt ab muss von Anfang an ein Partner versuchen, den anderen auch zu lieben. Das heißt, ihn umsorgen, ihn behüten, ihm Geborgenheit geben und gleichzeitig muss sich dadurch jeder von beiden dann auch geliebt gefühlt erleben. Es gibt also keine Einbahnstraße mehr wie von der Mutter zum Kind. Das Problem zwischen beiden Menschen ist sehr oft, dass ein Mensch den anderen mehr liebt, den anderen mehr umsorgt und zu wenig zurückbekommt, nicht in gleicher Weise umsorgt wird, Geborgenheit erlebt, sich also nicht in gleicher Weise zurückgeliebt gefühlt erleben kann und dadurch wird es am Ende keine Beziehung geben, die durch die Liebe zusammengehalten werden kann. Wer also sagt, ich liebe Dich, der muss gleichermaßen geben, wenn er auch zurückgeliebt werden will in gleicher Weise.

 

An dieser Stelle ganz klar die Feststellung, aus Liebe gehen zwei Menschen anfangs keine Verbindung ein. Zusammen gehen Mann und Frau in den jungen Jahren aus Gründen von Sexualität, um sich weiblich zu erleben oder sich männlich zu erleben. Alles das hat mit Liebe nichts zu tun. Und trotzdem sagen zwei Menschen, die verrückt nach Sexualitätserlebung sind, ich liebe Dich. Das ist eine Lüge. Denn Liebe erlebt man erst nach langer Zeit des Kennenlernens oder dann auch nicht. Es gibt deshalb auch keine Liebe auf den ersten Blick und es gibt auch keine Verliebtheit. Eine Verliebtheit besteht nur aus einer Balzerei und Balzerei hat nur was mit Sexualität zu tun und Sexualität hat, wie gesagt, nichts mit Liebe zu tun, und es gibt auch keine Geschlechtstriebliebe. Es gibt nur einen unausrottbar angeborenen Geschlechtstrieb. Die Liebe ist nicht angeboren. Auch ohne Liebe können Menschen leben und überleben, aber der Geschlechtstrieb ist dem Menschen sehr wohl unausrottbar angeboren und beweist damit seine starke Überlegenheit gegenüber der Liebe, zumindest so lange, wie der Mensch meist in jungen Jahren triebstark bleibt.

 

Der Mensch begeht nun einen entscheidenden Fehler. Das Balzverhalten, dass er gemeinsam mit den Tieren erlebt, die aber nicht lieben können, bezeichnet der Mensch nun als Verliebtheit. Gockelt ein Mann ständig um eine Frau herum, sagt er, er ist verliebt. Aber das tierische Balzverhalten hat absolut nichts mit der Liebe zu tun. Der balzende Mann ist nur geil auf die Frau. So darf auch der Geschlechtstrieb, den der Mensch gemeinsam mit den Tieren erlebt, niemals als Geschlechtsliebe bezeichnet werden und schon gar nicht gibt es Liebe auf den ersten Blick. Wer von Liebe auf den ersten Blick redet, müsste Redeverbot bekommen. Ich kann niemals auf den ersten Blick sehen, ob ich einen Menschen lieben kann. Ich kann höchstens auf den ersten Blick erkennen, ob mich eine Frau sexuell erregt. Aber Sexualität hat mit Liebe nichts zu tun.

 

Ich möchte nun eine Feststellung treffen, die von größter Bedeutung ist. Die Liebe und das Mitleidsgefühl des Menschen sind die wertvollsten Gefühle, die Menschen erleben können. Es sind die menschlichsten Gefühle, man könnte sie die göttlichen Gefühle nennen.

 

Leider, leider aber, füge ich nun hinzu, ist die Liebe zwar das wertvollste Gefühl des Menschen, aber längst nicht das stärkste Gefühl der Menschen, wenn sich die Menschen in den jungen geschlechtstriebstarken und gebärfreudigen Jahren befinden. Der Geschlechtstrieb ist der stärkste Trieb überhaupt in einem Menschen. Man kann sagen, dieser Trieb beherrscht den Menschen. Mit diesem Geschlechtstrieb untrennbar verbunden lebt der Mann eine Männlichkeit aus und die Frau eine Weiblichkeit. In diesen Jahren werden die Geschlechterkämpfe ausgetragen und die, wie ich finde, trotz Gleichberechtigung zu immer mehr Mord und Totschlag führen.

 

Aber durch die Sexualitätserlebung, durch das Erleben wollen von Weiblichkeit und Männlichkeit, kommt es ja erst dazu, dass sich männliche und weibliche Jugendliche gegenseitig magnetisch anziehen und das bietet dann die Chance, durch ein längeres Zusammenleben auch herauszufinden, ob man sich auch lieben kann oder lieben will. Aber meistens sind die Probleme mit der Sexualität, mit der Männlichkeit und der Weiblichkeit so stark, dass man meist sehr schnell wieder auseinandergeht und keine Chance erhielt, herauszufinden, ob man sich auch lieben kann.

 

Noch einmal: Die Liebe treibt nicht männliche und weibliche Jugendliche zusammen. Die Liebe kann sich allenfalls aus einer Beziehung, die von Sexualität, von Männlichkeit und Weiblichkeit beherrscht wird, ergeben – oder auch nicht. Einfach ausgedrückt: Die Liebe benutzt die Sexualität, um herauszufinden, ob auch die Liebe eine Chance hat.

 

Es gibt nun ein Buch von dem bekannten Philosophen David Precht, der in vielen Talkshows auftritt, worin er schreibt, ich zitiere aus dem Zusammenhang: Man kann die Liebe nicht beschreiben, die Liebe ist ein unordentliches Gefühl. Zitat Ende.

 

David Precht schreibt auch von einer Geschlechtsliebe, aber eine Geschlechtsliebe gibt es nicht. Es gibt nur Sex oder Liebe.

 

David Precht versucht dennoch, hinter das Geheimnis Liebe zu kommen und stellt dabei erstaunlicherweise eine Vermutung auf. Ich zitiere David Precht jetzt aus dem Zusammenhang. David Precht hat auch die Vermutung, ich zitiere, dass das Bedürfnis nach Bindung und Nähe aus unserer kindlichen Beziehung zu unseren Eltern stammt. Gleichzeitig oder später sucht sich dieses Bedürfnis in vielen anderen Begegnungen eine Entsprechung. Zitat Ende.

 

Na bitte, es geht doch, wenngleich das nur eine Vermutung war von ihm. Aber David Precht versucht nun, seine Vermutung sogar zu stützen durch namhafte Wissenschaftler, wie z. B. Eibl-Eibesfeldt, aber auch durch den Psychologen Michael Mary, und auch ich möchte das für meine Beschreibung von Liebe verwerten. Auch ich möchte meine Meinung über die Liebe von diesen beiden Wissenschaftlern stützen und rechtfertigen lassen. Ich zitiere deshalb jetzt aus dem Buch von David Precht von Seite 161 den Verhaltensforscher Eibl-Eibesfeldt:  Könnte es nicht sein, dass die Liebe ursprünglich gar nicht für Mann und Frau gedacht war? Für Eibl-Eibesfeldt entspringt die Liebe aus der Bindung zwischen Müttern und Kindern. Sie ist eine Folge der Brutpflege, nicht der Sexualität: Die Sexualität ist nur ein recht selten benutztes Mittel der Bindung, spielt aber beim Menschen in dieser Hinsicht eine große Rolle. Obgleich der Sexualtrieb einer der ältesten Antriebe ist, hat er interessanterweise nicht zur Entwicklung dauerhafter individualisierender Bindungen Anstoß gegeben, von einigen seltenen Ausnahmen abgesehen. Die Liebe wurzelt nicht in der Sexualität, bedient sich ihrer jedoch zur Stärkung des Bandes. Zitat Ende.

 

Der Psychotherapeut Michael May schreibt, Seite 162: Die Liebe zwischen Mutter und Kind ist der Ursprungsort der Liebe (oder die am nächsten stehende Person). Die Mutter stellt für das Kind den Urgrund dar, in dem es sich aufgehoben und geborgen fühlt. Mit der Mutter entsteht sogar die umfassendste Erfahrung menschlicher Verbundenheit, die vorstellbar ist. Es wundert dabei nicht, dass Menschen im späteren Leben Verbundenheit in einer vergleichbaren intimen Beziehung suchen. Zitat Ende.

 

Und nun werde ich die Liebe beschreiben, was angeblich keinem bis jetzt gelungen ist und verhehle aber nicht meine Freude, festgestellt zu haben, dass ich, ein ehemaliger Bordellbetreiber, mit dem weltbekannten Verhaltensforscher Eibl-Eibesfeldt nun in Sachen Liebe auch Übereinstimmung erlebe.

 

Nun aber wirklich die Beschreibung der Liebe:

 

Wir müssen aber zunächst erst einmal über das Alleinsein, über die Einsamkeit kurz etwas anmerken, und wie die Einsamkeit übergangslos in die Liebe mit einfließt.

 

Ich kann zusammen mit einem Menschen nebeneinander auf der Couch sitzen, ich kann auch Sex mit dem anderen erleben und bin dadurch nun nicht alleine und kann mich dennoch einsam fühlen, weil der Mensch, mit dem ich gerade Sex erlebte, der neben mir sitzt, mich nicht wirklich kennt, nicht erkannt hat, wie ich wirklich bin, nur als Mensch, nur als charakterlich erlebender Mensch. Einsam fühlt man sich, wenn es keinen Menschen gibt, der einen richtig erkennt, so wie man wirklich ist, nur als Mensch mit seinem angeborenen Grundcharakter. Einsam fühlt man sich, wenn man wegen seiner Fehler und Schwächen, wegen seines schlechten Aussehens, wegen seiner Krankheit, wegen seines Versagens abgelehnt wird, ausgegrenzt wird von anderen Menschen. Das Gefühl der Einsamkeit und das Gefühl, sich nicht geliebt zu fühlen, nicht geliebt zu werden, gehen nun eher fließend ineinander über. Nicht geliebt fühle ich mich, wen mich niemand in die Arme schließt, mich niemand fest an sich drückt, niemand mein Gesicht beküsst (nicht beknutscht!) und ich nicht menschliche Geborgenheit erlebe. Nicht geliebt fühle ich mich, wenn mich niemand nur wegen meines menschlichen Charakters liebt, egal, was für Fehler und Schwächen ich habe und es dabei egal ist, ob ich hübsch oder hässlich bin, egal, ob ich fett oder schlank bin, egal, ob ich gesund oder krank bin, mich also niemand liebt, nur mich als charakterlich erlebenden Menschen und stattdessen lieber menschliche Leistungen, die man zwar bewundern kann, vor denen man Respekt erlebt, auch materielle Geborgenheit erlebt, nicht aber menschliche Geborgenheit erlebt.

 

Ein Mensch, der Leistung erbringt, der ein Erfolgsmensch ist, kann schon am anderen Tag zum Versager werden, dann ist Schluss mit der materiellen Geborgenheit, aber der Grundcharakter eines Menschen bleibt unveränderlich und man deshalb immer menschliche Geborgenheit erleben kann.

 

Wenn wir nun alles wissen, wie man sich nicht geliebt fühlt, dann wissen wir also genauso gut, wie man sich fühlt, wenn man einen Menschen liebt. Das heißt, zu lieben heißt zu geben. Ich muss eben alles tun, damit sich der Andere, der sich nicht geliebt fühlt, nun aber als geliebt gefühlt erleben kann. So einfach ist das alles - dennoch beschreibe ich das alles einmal in umgekehrter Art und Weise.

 

Das heißt also, ich liebe den anderen wegen seines Grundcharakters, den ich erkannt habe und ich schätze seine menschlichen Werte, nicht seine menschlichen Leistungen und ich diesen Menschen nun liebe, was heißt, ihn menschliche Geborgenheit erleben zu lassen und dass ich ihn in meine Arme schließe, ihn an mich drücke, ihn sein Gesicht beküsse (nicht beknutsche), ihn liebe, egal, ob er fett oder schlank ist, egal, ob er hübsch oder hässlich ist, egal, ob er krank oder gesund ist.

 

Es stellt sich die Frage, gibt es einen Höhepunkt, einen so genannten G-Punkt auch bei der Liebe und nicht nur in der Sexualität? - der sich natürlich gefühlsmäßig ganz klar anders erlebt. Generell erlebt sich die Liebe vollerlebend durch eine lang anhaltende Beständigkeit. Ich wiederhole mich und sage: Glaubt man nämlich, dass ich den anderen liebe, aber selbst mich von den anderen nicht genug geliebt gefühlt erlebe, dann stirbt auch meine Liebe zu dem anderen langsam weg. Die absolut vollkommen umfassende Liebe wird erlebt, wenn ich einen anderen liebe und genauso zurückgeliebt werde, wenn ich also durch den anderen menschliche Geborgenheit erlebe, dann muss ich auch diese menschliche Geborgenheit den anderen zurückerleben lassen.

 

Bei der absolut erlebten Liebe, die kaum erlebbar ist, wird jeder gleichermaßen den anderen lieben und sich gleichermaßen geliebt fühlen. Und wenn sich dann diese beiden Menschen, gegenseitig und gleichzeitig, in die Arme schließen, sie sich gleichzeitig gegenseitig an sich drücken und sich gleichzeitig gegenseitig ihr Gesicht beküssen, nicht aber knutschen, dann wird der G-Punkt der Liebe erlebt, dann erleben beide einen seelischen Orgasmus, auch ausgelöst durch diese Körperberührung, die in diesem Moment zu einer gefühlsmäßig erlebten Verschmelzung beider Menschen führt.

 

Und nun steht plötzlich eine ganz spannende Frage im Raum, die heißt: Ist es ein Verrat an der Liebe, wenn man fremdgeht? Immer wieder heißt es doch, du bist fremdgegangen, du hast mich betrogen, die liebst mich nicht. Dazu schreibe ich nun Folgendes:

 

Ich habe ja schon beschrieben, dass die Geschlechtstriebkraft die stärkste Kraft überhaupt in einem Menschen ist, vorrangig natürlich bei jüngeren Menschen, wo die Sexualhormone richtig verrücktspielen. Das ist eine Zeit, wo die Geschlechtstriebkraft einen wirklich noch treibt und wir haben festgestellt, dass es große Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Sexualität gibt. Ich habe das ausführlich beschrieben. Die Liebe ist nun mal kein unausrottbar angeborenes Triebgefühl, so wie der starke Geschlechtstrieb zum Beispiel.

 

Ich muss nun leider noch einmal auf mein Erlebnis auf dem U-Bahnhof eingehen. Also, ich ging mit meiner Freundin die Treppe zum Bahnsteig hinunter und hielt sie dabei im Arm und schmuste mit ihr. Dabei kam uns ein junges Mädel entgegen, die also die Treppe hinauflief. Sie hatte einen schwarzen sehr kurzen Minirock an und dunkle Strümpfe. Oben auf der Straße begann der Straßenstrich. Am Ende der Treppe nach unten sah ich mich noch einmal um zu diesem Mädchen und sah, dass sie keinen Slip anhatte, und obwohl ich meine Freundin lieb im Arm hielt, bekam ich durch das Ansehen dieses weiblichen Körperteils eine Erektion. Ich wäre jetzt im Stande gewesen, das zu tun, wozu mich meine Natur in mir drängte, ich hätte dem Mädel hinterherlaufen können, um mich von hinten bei ihr sexuell abzureagieren, ohne dem Mädel ins Gesicht schauen zu brauchen. Das Gesicht war also überflüssig wie ein Kropf. Und dann, nach der Abreaktion, hätte ich anschließend wieder zu meiner Freundin gehen können, die ich natürlich immer noch lieb hatte, daran hatte sich doch gar nichts geändert.

 

Fakt ist, solange ich mich durch einen fremden Frauenkörper sexuell errege und mich dann sexuell abreagiere, wobei mir völlig egal ist, welcher Mensch in diesem Frauenkörper steckt (so erlebt meist in einem Bordell), verübe ich keinen Verrat an der Liebe zu meiner Frau oder Freundin. Aus Maus.

 

Wenn Frauen nun genauso sexuell funktionieren würden wie Männer, würde das auch für Frauen gelten. Aber nach meinen Erfahrungen sind ungefähr zirka 5 % aller Frauen so sexuell triebstark, das sie ein Mann alleine sexuell nicht ausreichend befriedigen kann. Auch für diese Frauen gilt dann, dass sie auch nur einen Mann lieben können, trotzdem sie laufend fremdgehen. Aber die meisten Frauen erleben sich halt nicht so. Mehrheitlich gehen Frauen nach meinen Erfahrungen fremd, weil sie den Respekt vor ihrem Mann verloren haben und deshalb auch keinen Sex mehr erleben wollen mit ihrem Mann, das ist meiner Meinung nach der häufigste Grund, und dann diese Frauen gelegentlich mit anderen Männern Sexualität ausleben. Viele Frauen gehen einfach fremd oder erleben Sex aus Neugier und wollen herausfinden, was der stark aussehende Mann für eine Leistung bringen könnte. Aus sexuellem Notstand gehen auf alle Fälle die wenigsten Frauen fremd oder wollen Sex erleben. Das Ansehen, das Beschauen eines gut gebauten nackten Männerkörpers macht Frauen noch lange nicht vollkommen verstandslos. Für sie gilt nicht das, was bei Männern gilt, Frauen sagen nicht: Sehe ich einen geilen gut gebauten Männerkörper, dann ist der Verstand im Arsch. Ich meine, das muss ich als ehemaliger Bordellbetreiber wohl am besten wissen, wie Frauen sich mehrheitlich so erleben. Männer dagegen erleben die stärkste Triebkraft beim Beschauen der weiblichen Vagina und kein Wissenschaftler weiß so richtig, warum das so ist.

 

Allerdings nun möchte ich Männern damit keinen Freibrief für das problemlose Fremdgehen ausstellen, denn so problemlos ist das alles dennoch nicht für die Liebe zur Frau. Es gibt viele Risiken, die auch eine Liebe abtöten können. Es kann z. B. zu nicht gewollten Kindern kommen und es kann zu gefährlichen Geschlechtskrankheiten kommen, die auf die geliebte Frau übertragen werden können. Und wenn z. B. ein Mann ständig mit ein und derselben Frau fremdgeht, dann bleibt es meist nicht mehr nur bei einer körperlichen Auslebung, sondern man lernt sich immer mehr kennen und findet womöglich vieles gut an der Frau, mit der man fremdgeht und das kann dann schon gefährlich für die Liebe zu der eigenen Frau werden. Es könnte nun tatsächlich zum Verrat an der Liebe zur eigenen Frau kommen.

 

An dieser Stelle möchte ich nun einmal die größte Lüge aufdecken, die da heißt, du bist fremd gegangen, du liebst mich nicht. Viele Paare zerbrechen daran, dass ein Partner fremdgeht. Das schmerzt, von Depression bis zur Aggression wird alles erlebt, bei einem angeblich aus Liebe betrogenen Partner. Fakt ist aber, es geht gar nicht um die verratene Liebe. Was hier passiert, ist die schmerzhafte Verletzung der weiblichen oder männlichen Geschlechtsehre. Wie männliche und weibliche Geschlechtsehre ausgelebt wird, habe ich auch ausführlich beschrieben. Eine Frau könnte allenfalls sagen, Du, Mann, liebst mich nicht mehr, weil Du meine Geschlechtsehre verletzt hast. Aber Liebe hat nun mal nichts mit männlicher oder weiblicher Geschlechtsehre zu tun. Ein Mann, der die Geschlechtsehre seiner Frau verletzt, kann dennoch seine Frau richtig lieben. So einfach ist das alles.

 

Fakt ist dennoch, die weibliche Geschlechtsehre hat der Mann verletzt, da kann er sich nie herausreden. Er kann niemals, wie beim vorgeworfenen Verrat an der Liebe, rumjammern und sagen, Schatz, das war alles ganz anders, das war nicht so, wie es aussieht. Bei der Verletzung der weiblichen Geschlechtsehre kann er nicht rumwinseln und sagen, das war gar nicht so, wie es aussieht. Tatsache ist, es ist so, wie es aussieht. Wenn ein Partner innerhalb einer Beziehung fremdgeht, verletzt ein Partner immer die Geschlechtsehre des anderen und das ist das, was wehtut, was zu Hass und Gewalt führen kann.

 

Wir erinnern uns, was ich über die weibliche Geschlechtsehre geschrieben habe. Ich zitiere noch einmal kurz angemerkt: Der Mann sagt zu seiner Frau, Schatz, siehst du gut aus, siehst du geil aus, hast du schöne Titten, oder einen geilen Arsch. Du erregst mich immer wieder sexuell. Zitat Ende. Und wenn genau dieser Mann fremdgeht, dann muss ja die eigene Frau in ihrer Geschlechtsehre verletzt sein. Sie fragt sich nun, was hat die andere, was ich nicht habe. Sieht die andere besser aus, sieht die andere geiler aus, hat die andere schönere Titten, einen geileren Arsch, ist sie vielleicht jünger? Und so fort. Nur darin erkennt eine Frau einen Grund, warum ihr Mann fremdgegangen ist.

 

Bei der Verletzung der männlichen Geschlechtsehre steht nicht so sehr das Aussehen eines Mannes im Vordergrund, sondern seine Leistung. Geht die Frau fremd, fragt sich der Mann: Ist der andere besser als ich, bin ich vielleicht ein Versager und werde jetzt ausgelacht? Aber über das alles hatte ich ja schon geschrieben und wir sind immer noch bei der Liebe, bei der ich nun zum Ende komme.

 

Fakt ist, noch einmal erklärt: Die Liebe bedient sich der Sexualität, durch die Sexualität erhalten Mann und Frau erst einmal die Chance, sich vielleicht einmal lieben zu können. Und gleichzeitig zerstört auch die Sexualität die Liebe durch zu schnellen Partnerwechsel, weil der Sexualtrieb einfach stärker ist als die Liebe. Vorrangig spreche ich natürlich vom Mann. Das Idealverhältnis, dass sich Mann und Frau lieben und dabei auch das volle sexuelle Programm ausleben, ohne dass einer von beiden fremdgeht, das ist die absolute Krönung einer Partnerschaftserlebung und deshalb auch sehr, sehr selten. Die größte Chance der Liebe zur stärksten Kraft zu werden, wird eben meist erst dann erlebt, wenn die Hormone schwächer werden und den Menschen, vorrangig den Mann, nicht mehr so treiben. Sprich, wenn man also älter wird und man trotzdem ohne den anderen Menschen nicht leben will. Dann kann die Liebe so stark werden, dass sie über den Tod des geliebten Menschen hinausgeht.

 

Wenn das nun tatsächlich wahr ist, was ich geschrieben habe, dass Liebe absolut nichts mit Sexualität zu tun hat, dann stellt sich nun tatsächlich die Frage: Können sich zwei heterosexuelle Männer, die seit frühester Jugend dicke Freunde sind, die unabhängig voneinander Sex mit Frauen ausleben, also, um es klar auszudrucken, die nicht homosexuell sind, sich nun unter Umständen vielleicht sogar lieben?

 

Also, noch einmal: Ich betone immer wieder, Liebe hat nichts mit Sexualität zu tun, weder mit Heterosexualität noch mit Homosexualität. Meiner Meinung nach könnte jeder jeden Menschen lieben, sofern man eine sehr lange Bezugspersonenzeiterlebung zu einem Menschen erlebt, das nämlich ist unbedingt Voraussetzung. Und wie von selbst regelt sich dann meistens, dass heterosexuelle Männer Frauen lieben, weil Männer wegen ihrer Heterosexualität meist lange Zeit mit Frauen zusammenleben, also mit Frauen meist eine lange Bezugspersonenzeiterlebung erleben. Und folgerichtig ist nun auch, dass homosexuelle Männer wegen ihrer Sexualität die meiste Zeit mit Männern verbringen und es auch hier dazu kommen kann, dass man eine Bezugspersonenzeiterlebung erleben kann und es dazu kommen kann, dass ein Mann einen Mann lieben kann.

 

Ich betone immer wieder, dass Liebe nichts mit Sexualität zu tun hat. Aber Fakt ist dennoch, dass sich die Liebe der Sexualität bedient. Aber durch Sexualität ausleben mit einem Menschen, muss ich noch lange nicht den Menschen lieben, mit dem ich Sexualität auslebe. Ich kann als Mann in einem Puff meine Sexualität mit einer Frau ausleben, ohne diese Frau auch zu lieben.

 

Ich möchte noch einmal völlig aus dem Zusammenhang den Psychotherapeuten Michael Mai zitieren. Er schreibt: Die Liebe zwischen Mutter und Kind (oder die am nahestehenden Person) ist der Ursprung der Liebe Zitat Ende.

 

Und diese Bemerkung, ich zitiere noch einmal – oder die am nahestehende Person – ist für die Liebe das Allerwichtigste, das heißt dann auch folgerichtig, ein homosexueller Mann kann seine Mutter lieben, kann seine Schwester lieben, kann also Frauen lieben. Ein homosexueller Mann könnte sogar eine lesbische Frau lieben, wenn diese Frau eine Langzeitbezugsperson aus rein charakterlichen Gründen für den homosexuellen Mann ist.

 

Wenn ein Homosexueller ständig seine Sexualpartner wechselt, also zu keinem Mann ein längeres Bezugspersonenzeiterlebnis erlebt, wird er keinen Mann lieben, sondern nur Sex mit ihm ausleben.

 

Noch einmal: Die Liebe erlebt sich nur durch Menschlichkeit, durch menschliche charakterliche Werte, und hat mit Sexualität nichts zu tun. Es gibt keine sexuelle Liebe, keine Geschlechtsverkehrsliebe.

 

Wie gesagt, schrieb ich schon, die Liebe bedient sich nur der Sexualität, denn würde es die Sexualität nicht geben, würde wohl kein Mann mit einer Frau zusammen sein wollen, die doch so ganz anders ist als ein Mann und folgerichtig Boris Becker einmal in der Talkshow bei seinem Freund J. B. Kerner sagte, ich zitiere sinngemäß: Na, eigentlich passen ja Männer und Frauen gar nicht zusammen, aber das weißt du ja auch. Und J. B. Kerner widersprach seinem Freund nicht.

 

Ich hatte einmal folgendes Erlebnis: Ein junger Bekannter von mir, der weiß, dass ich mich mit solchen Fragen, solchen Themen, auseinandersetze, fragte mich einmal ziemlich kleinlaut, ziemlich verschämt, ob es möglich ist, dass man einen Freund lieben kann, gänzlich ohne Sexualität? Ihm ist nämlich aufgefallen, dass er ohne seinen Freund gar nicht sein will. Er braucht seinen Freund zu seinem Leben. Seine Freundin – so hat er immer mehr festgestellt – braucht er eigentlich nur zum vögeln. Er muss seinen Freund wenigstens einmal in der Woche besuchen, weil nur sein Freund ihn so akzeptiert, wie er wirklich ist, ohne sich ständig einer Frau anpassen zu müssen. Der junge Mann, mein Bekannter, sagte, mit seinem Freund habe er die gleichen Interessen, die hat er mit seiner Freundin nicht. Er sagte weiter, seine Freundin würde ihn nie wirklich verstehen, und wenn er ganz genau beschreiben würde, wie er ist, dann würde das seiner Freundin nicht gefallen. Seine Freundin würde nie akzeptieren, wie er wirklich tickt, aber umgekehrt würde er auch niemals verstehen oder es gut finden, wie seine Freundin tickt. Man kann eben die Gefühle einer Frau als Mann nicht nachvollziehen und umgekehrt auch nicht. Mein Bekannter sagte, eigentlich ist er nur immer geil auf seine Freundin und versucht sich deshalb immer anzupassen, was ihn richtig ankotzt.

 

Ich habe jedenfalls seine Frage, ob man einen Freund vielleicht auch lieben könnte, weil man ihn für das eigene Leben braucht, mit einem eindeutigen Ja beantwortet. Vor allem sagte mein Bekannter noch, bei seinem Freund hat er nie das Gefühl, dass dieser Freund ihn mal verlassen könnte wegen eines anderen Freundes, egal, wie krank man selbst wird, egal, wie hässlich man wird, egal, wie versagend und arm man wird. Bei seiner Freundin muss er jeden Tag damit rechnen, dass sie in verlässt.

 

Ich möchte nun, dass wir über Folgendes nachdenken: Wenn ein Ehepaar nun keine Kinder zeugen kann und sie ein fremdes Kleinstkind, das in eine Babyklappe gelegt wurde, adoptieren und aufziehen, dann kann es doch passieren, dass die Ehefrau dieses fremde Kind, das ein Mädchen ist, auch lieben kann oder auch nicht. Das heißt, eine weibliche Frau liebt ein weibliches Kind, ohne lesbisch zu sein, weil Sexualität bei der Liebe keine Rolle spielt. Und der Ehemann könnte unter Umständen dann, wenn dieses fremde Menschenkind ein Junge ist, dieses männliche Kind auch lieben. Wenn wir den Frauen tatsächlich glauben sollen, hören wir doch sehr oft, mein Lebenspartner liebt mein Kind als wäre es sein eigenes. Ich sage jetzt, niemand kann nun erfolgreich dagegen argumentieren, was ich geschrieben habe, indem er sagt: Das ist doch ganz was anderes. Das sind männliche Kinder, die ein Mann, ein Vater oder Stiefvater liebt, das sind doch keine zwei fast gleichaltrigen Männer. Ich sage, dieses Argument ist Unsinn, denn ein Altersunterschied entscheidet nicht über Liebe ja oder Liebe nein.

 

Interessant wäre es nun auch einmal an den ermordeten Modezar Moshammer zu denken. Soweit wie mir bekannt ist – ich schreibe dies jetzt unter Vorbehalt – liebte dieser Mann nur seine Mutter, der er sogar ein Mausoleum bauen ließ, und seinen Hund Daisy. Abends zog er dann durch die Stadt und suchte für seine Sexualität junge männliche Objekte, die er dann bezahlte. Das heißt, dieser homosexuelle Mann, der seine Mutter und seinen Hund liebte, der liebte keinen Mann, er begehrte höchstens einen Mann. Genauso ist das bei heterosexuellen Männern, die ständig nur kurzzeitige sexuelle Erlebnisse erleben oder vielleicht nur in einen Puff gehen, aber mit einer Frau keine Langzeitbezugspersonenzeiterlebung ausleben, auch diese heterosexuellen Männer können dadurch keine Frau lieben, wohl aber Frauen, sprich Frauenkörper, begehren, ohne wirklich Wert auf den Menschen in diesem Körper zu legen.

 

Und nun aufgepasst! Jeder heterosexuelle Mann, der neben seiner Frau, mit der er Sex erlebt, einen Freund hat, auf den er auf keinen Fall verzichten möchte, mit dem er seit frühester Jugend zusammen ist, wird immer nur sagen, dass er nur ein tiefes unzertrennliches Freundschaftsgefühl erlebt, das immerhin auch ein Gefühl ist, aber auf keinen Fall Liebe ist.

 

Warum nun für viele heterosexuelle Männer es unvorstellbar ist, dass man seinen heterosexuellen Freund vielleicht sogar lieben könnte, liegt daran, dass man immer sagt, nur homosexuelle Männer können Männer lieben, wo selbstverständliche Sex mit Männern immer dazugehört, niemand trennt Sex mit Liebe. Und welcher heterosexuelle Mann möchte nur als Schwuler, als Tunte, bezeichnet werden, wenn er sagt, er liebt seinen Freund?

 

Dennoch wissen wir trotz alledem, dass es Freundschaften unter Männern gibt, die das ganze Leben lang halten, derweil man schon die vierte Ehe mit einer Frau – wobei man bestimmt allen vier Frauen im Laufe der Zeit gesagt hat, dass man sie liebe – hinter sich gebracht hat, und nun der Freund unerwarteter Weise dann verstirbt, dann ist die Trauer durch den Verlust dieses Freundes meist größer als der Tod der vierten Ehefrau. Und nicht selten steht nun auf einmal auf dem Grabstein: Unsere Freundschaft währt über den Tod hinaus. In Liebe, dein Freund. Und wenn Männer in tiefe Trauer fallen, weil ihr Hund oder die Katze verstorben ist, und sagen nun, ich habe dieses Tier geliebt, also auch ohne mit dem Tier Sex gehabt zu haben, dann wäre es doch wohl auch vorstellbar, dass ein Freund mit lebenslanger Bezugszeit wenigstens dein gleichen Stellenwert erreichen kann wie ein Tier. Oder etwa nicht?

 

Mir wird ein Erlebnis unvergessen bleiben: Ich kannte einen Mann, der geschieden wurde und auf alle Fälle darauf bestand, den Hund zu behalten. Ich fragte ihn nun, warum er so auf den Hund bestand. Darauf antwortete er: „Ich kann noch so besoffen nach Hause kommen und noch so spät, der Hund freut sich immer, wenn ich komme, meine Frau keifte nur herum. Zitat Ende. Im Übrigen, wenn ein Mann eine Frau kennenlernt, die immer schon mit einem Hund lebt, dann hat der Mann keine Chance. Gegen einen Hund ist ein Mann chancenlos.

 

 
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