ACHIMKOENIG
  Offener Brief Prof. Foroutan
 

Warum ich ein Anhänger der Pegida bin!


Offener Brief an Frau Prof. Dr. Naika Foroutan

Humboldt-Universität zu Berlin
Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät
Arbeitsbereich Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik
Unter den Linden 6
10099 Berlin


Werte Frau Professorin Naika Foroutan,

ich bin ein Deutscher und gehöre zu der großen mittel- bis nordeuropäischen Volksgruppe, zu der unter anderem auch Polen, Belgier oder Dänen als Beispiel gehören, und wir alle untereinander integrierbar sind, auch gefühlsmäßig, das ist das Wichtigste.

Ich habe nun durch das Fernsehen Ihre Umfrageergebnisse der Berliner Bürger erfahren und konnte beziehungsweise wollte nicht glauben, dass Deutsche so denken oder fühlen. Denn mehrheitlich denken und fühlen Deutsche meiner Volksgruppe, mit der ich zusammenlebe, anders. Selbstverständlich ist mir schon klar, wie solch ein Meinungsumfragebild entstanden ist. Sie haben nicht nur Deutsche gefragt, die sowieso am Aussterben sind, vor allem in Berlin. Sie haben Menschen gefragt, die in Berlin leben, einen deutschen Pass haben, aber keine Deutschen sind, die zu der mittel- bis nordeuropäischen Volksgruppe gehören. Nur wer in einem Land lebt, das Deutschland heißt, muss nicht automatisch zur deutschen Volksgruppe gehören.

Wir Deutschen leben seit Jahrzehnten mit Türken in einer Stadt und erleben mit diesen Türken mehrheitlich gefühlt immer noch kein deutsches gemeinsames Gruppen-Wir-Gefühl, obwohl die meisten Türken einen deutschen Pass haben, ja sogar in Deutschland geboren sind. Allenfalls kann man die Türken als deutsch-türkische Gruppe bezeichnen, genau wie eine deutsch-arabische Gruppe oder wie es in Amerika eine afrikanisch-amerikanische Gruppe gibt. Aber eine Gruppe zu erleben, heißt immer, anders zu sein als die andere Gruppe, und wenn keine Grenzen diese Gruppen trennen, dann kann es sehr gefährlich werden. Auf jeden Fall erlebt man kein umfassendes einheitliches Gruppen-Wir-Gefühl, wo man nur Vertrautheitsgefühle erlebt, die lebensnotwendig sind für Menschen, die immer wieder Gruppen bilden wollen.

Wir deutschen Berliner fahren deshalb ungern in unsere alten Heimatbezirke, wo wir geboren wurden und sagen, da ist alles nur noch fremd, da leben nur noch Türken und in die Türkei fahren wir in Urlaub wegen des Wetters, des Wassers wegen, der schönen Landschaft, nicht aber weil wir eine Fremdenliebe mit Türken erleben wollen.

Werte Frau Professorin Foroutan, es gibt doch eigentlich nur ein einziges wirkliches Problemphänomen. Wir müssen die Frage beantworten, was ist in uns Menschen stärker? Was hat die Macht über uns Menschen? Sind das unsere Gefühle oder aber unser Verstand und unsere Vernunft? Hirnforscher haben darauf nun eine Antwort gefunden. Ich zitiere sehr verkürzt aus dem Zusammenhang: Gefühle haben die eigentliche Macht darüber, wie wir etwas erleben und wie wir handeln, Vernunft und Verstand prägen das menschliche Verhalten in viel geringerem Ausmaß als wir gemeinhin vermuten. Zitat Ende.

Dazu ein Beispiel: Es heißt, viele hundert Deutsche sind schon zu der Terrorgruppe IS gegangen. Und sehen wir Deutsche uns diese Menschen nun an, dann fühlen wir uns verarscht, weil das keine Deutschen sind, es sind alles Migranten aus dem arabischen Raum. Man kann doch keine Fremden, die nicht zu unserer großen mittel- bis nordeuropäischen Volksgruppe gehören, einfach nur zu gefühlserlebenden Deutschen stempeln. Das gilt auch für Sie, Frau Professorin Foroutan, und das hat nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun, das betone ich ausdrücklich.

Wir Deutschen lieben oder verehren den Boxer Muhammad Ali alias Cassius Clay, wir finden die Schauspieler Denzel Washington oder Morgan Freeman stark, aber dennoch erlebe ich mit diesen Menschen kein Gruppen-Wir-Gefühl, aber darauf kommt es an. Gefühle haben die eigentliche Macht über uns Menschen, so einfach ist das alles.

Ich erkläre Ihnen nun einmal auf ganz einfache Weise, wieso man denn überhaupt Fremdenfeindlichkeit, Fremdenhass erlebt. Viele Menschen fühlen in sich etwas, was sie fremdenfeindlich werden lässt, ohne dass sie das richtig erklären, beschreiben, können und dann nur als dumm, als blöde, als Pack, als ungebildet abgewertet werden.

Zunächst vorweg dies: Wie ich gerade beschrieben habe, sind wir Deutschen nicht fremdenfeindlich, weil der andere ein Fremder ist, ein Araber oder ein Afrikaner ist. Wir alle haben bewiesen, wie gastfreundlich wir zu Fremden waren bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland, und niemand erlebte eine Fremdenfeindlichkeit, ein Fremdenfeindlichkeitsgefühl gegen einzelne Fremde, die bei uns leben.

Hier an dieser Stelle eine Zwischenbemerkung: Ein Fremdenfeindlichkeitsgefühl ist noch lange kein Fremdenhassgefühl Ein Fremdenfeindlichkeitsgefühl ist ein Angstgefühl, das uns vor einer Gefahr zunächst einmal warnt. Deshalb hat Helmut Schmidt, unser Altbundeskanzler, in einem Interview Folgendes gesagt, ich zitiere aus dem Zusammenhang: Jetzt sitzen wir da mit einer sehr heterogenen de facto multikulturellen Gesellschaft und werden damit nicht fertig. Wir Deutschen sind unfähig, die Millionen von Menschen zu assimilieren. Die Deutschen wollen das auch gar nicht, sie sind innerlich weitgehend fremdenfeindlich. Zitat Ende.

Ich erkläre Ihnen nun, werte Frau Professorin Foroutan, wie die innerlich erlebte Fremdenfeindlichkeit, wenn man sie nicht respektiert, nach außen durchschlägt und dann Fremdenhass, Aggression und Gewalt erlebt wird. Es ist eben etwas ganz anderes, wenn sich eine fremde Volksgruppe, die ganz anders ist als meine mittel- bis nordeuropäische Volksgruppe, in meiner Volksgruppe, ohne dass ich das will, einnistet und sich ausbreitet. Damit wird meine Gruppe zerstört, und zwar gefühlsmäßig zerstört, und Gefühle haben nun mal die Macht über uns Menschen.

Ich erkläre sofort, warum es lebenswichtig ist für Menschen, in einer gut funktionierenden Gruppe zu leben. Der bekannte verstorbene Verhaltensforscher Desmond Morris schrieb einmal sinngemäß, ich zitiere: Der Mensch ist ein Lebewesen, der zum Stammbaum der höhergestellten Säugetierarten gehört. Der Mensch ist ein Rudeltier, ein Herdentier. Er erlebt Rudeltriebgefühle, Herdentriebgefühle, der Mensch ist kein Einzelgänger, er will immer wieder eher überschaubare Gruppen, Gemeinschaften gründen, um Gruppengefühle zu erleben.

Und nun, werte Frau Professorin Foroutan, Folgendes: Wenn ich mit anderen Menschen eine Gruppe bilden möchte, dann mit Menschen, mit denen ich mich überwiegend gleich erlebe, mit denen ich Vertrautheitsgefühle erlebe, keine Fremdheitsgefühle erlebe, mit denen ich ein gefühltes Geborgenheitsgefühl durch eine Gruppe erlebe, mit der ich ein gemeinsames Gruppen-Wir-Gefühl erlebe. Es sind Gefühle, die uns Menschen dazu treibt, leben zu wollen. Vorrangig treiben uns an erster Stelle unsere Geschlechtstriebgefühle, auch Fortpflanzungstriebgefühle genannt, zum Leben und Überleben an. Verstand und Vernunft sind weit weg von diesen lebenswichtigen Gefühlen. Verstand kann nicht mit Verstand vögeln und sich weiter fortpflanzen. Unsere lebensnotwendigen Gefühle, wie Vertrautheitsgefühle, wie Geborgenheitsgefühle, wie ein Gruppen-Wir-Gefühl, werden nun durch fremde Volksgruppen, mit denen man uns zwingt zusammenzuleben, zerstört und das führt zu Fremdenhass, wobei der Verstand nur ohnmächtig zusehen kann. Dennoch hat der Verstand schon einen sehr großen Einfluss darauf, ob wir Fremdenhass erleben oder auch nicht. Wenn der Verstand uns zwingt, mit Volksgruppen zusammenzuleben, mit denen wir keine Vertrautheitsgefühle erleben, dann ist der Verstand verantwortlich für diesen Fremdenhass. Verhindert der Verstand aber, dass zu viele Fremde sich in unserer Gruppe ausbreiten können, dann erleben wir keinen Fremdenhass. Zurzeit übt sich aber leider unser Verstand als völlig ungewollter Brandstifter, weil er  Gefühle einfach nicht akzeptiert, sie einfach tabuisiert, als wäre er es, der über uns Menschen die Macht hätte.

Mit der jetzt erlebten multikulturellen Volksgruppenvielfalt schürt der Verstand Fremdenfeindlichkeit. Ulrich Jörges, der Journalist, sagte im Fernsehen, dass Deutschland das multikulturellste Land der Welt wird. Zitat Ende.

Syrien ist genau wegen dieser multikulturellen Volksgruppenvielfalt, wegen dieser religiösen Gruppenvielfalt, auseinander gebrochen. Es gab keine syrische Volksgemeinschaft mehr. Es wurde überwiegend nur Arabisch gesprochen in diesem gemischten Volksgruppenhaufen. Es gab einfach zu viele Meinungsverschiedenheiten, was sich dann gegenseitig entzündete. Und genau dasselbe werden wir in Deutschland, dem bald multikulturellsten Land der Welt, erleben.

Sicher, jetzt hat Angela Merkel erreicht, dass sich Deutsche gegen Deutsche feindlich gegenüberstehen. So fängt alles an. Und verantwortlich ist die Politik dafür.

Als Letztes das: Wenn ich den Verstand ansprechen könnte, dann würde ich ihn fragen, ob er weiß, dass Menschen ein angeborenes Fremdenfeindlichkeitsgefühl in sich erleben und das eigentlich sehr ernst nehmen müsste.

Hier der Beweis: Als es zu dem Fremdenhass in Rostock-Lichtenhagen kam, wurde gefragt, woher kommt dieser Fremdenhass? Ein Wissenschaftler, dessen Namen ich zwar weiß, aber nicht benennen möchte, weil er heute wahrscheinlich mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen müsste, antwortete nun, ich zitiere aus dem Zusammenhang: Also, ich denke, das gar kein Zweifel besteht darüber, dass die Evolution des Menschen auch getragen wurde durch Sozialtendenzen in Richtung Aggressivität und gerade gegenüber Fremden. Das ist keine neue Erfindung der Gegenwart. Sie können Fremdenfeindlichkeit auch beobachten bei höheren Primaten, speziell bei Schimpansen, von denen man sehr genau weiß, dass sie unter Umständen in Gruppen gegeneinander kämpfen und dasselbe Verhaltensrepertoire zeigen wie wir es in Rostock erlebten. Also die Evolution hat dies schon mit hervorgebracht. Zitat Ende.

Der Fairness halber füge ich hinzu, dass dieser Wissenschaftler aber auch sagte, dass Aggressivität und Fremdenfeindlichkeit Verhaltensweisen sind, die bei aller biologischer Fundierung keineswegs immer zwangsläufig zutage treten muss, und er begründete das auch.

Fakt ist dennoch, Fremdenfeindlichkeitsgefühle sind auch angeboren, selbst dann, wenn sich nicht alle Menschen fremdenfeindlich erleben. Homosexualität ist auch den Menschen angeboren, denn die Natur hat auch homosexuelle Tiere geschaffen, aber dennoch erleben sich die meisten Menschen heterosexuell, weil das ihnen auch so angeboren wurde. Genauso erlebt sich auch das Fremdenfeindlichkeitsgefühl.

Ich sage also, wenn der Verstand und die Vernunft nicht akzeptieren, dass es auch ein angeborenes Fremdenfeindlichkeitsgefühl gibt, das man nicht durch eine Strafandrohung, durch ein Gesetz, unwirksam machen kann, den bestraft das Leben.

Ich muss kurz auf unsere Artverwandten, die Menschenaffen, eingehen. Wir Menschen erleben die gleichen Verhaltensweisen wie Schimpansen, weil wir uns genmäßig nur zu 1 % von den Schimpansen unterscheiden, zu 99 % erleben wir uns gleich, angefangen vom Futterneid bis hin zu Eifersucht.

Ein anderer Wissenschaftler schreibt, ich zitiere aus dem Zusammenhang: Auch Aggression gegenüber Artgenossen, Vergewaltigung, Frauenraub, Kindstötung, ja Krieg und Mord im Sinne vorsätzlicher Tötung gibt es bei Tieren wie Menschenaffen. So ist unzweifelhaft, dass auch wir Menschen genetische Grundmuster für alle diese Verhaltensweisen haben und deshalb so sind. Zitat Ende.

Ich frage nun, wer hat den Mut, darüber öffentlich zu diskutieren? Wie kann all das, was ich durch die Wissenschaft erfahren habe, als falsch begründet sein?

Ich sage aber, niemand wird darüber diskutieren, was stärker ist in uns Menschen, weil die Deutschen ein Haufen von Heuchlern sind. Und über die Heuchelei hat schon vor zirka 200 Jahren der Philosoph Arthur Schopenhauer sinngemäß Folgendes geschrieben, ich zitiere: Die Heuchelei ist anerkannter gesellschaftlicher Umgang, weil die Heuchelei wie ein dicker Vorhang alles dahinter verstecken kann, was so garstig und widerlich ist, was die Menschen am liebsten nie erfahren sollen.

Gute Nacht, Deutschland!

 

 
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