ACHIMKOENIG
  Brief Joachim Gauck - Nationalsozialismus
 

Offener Brief an Herrn Joachim Gauck

Herrn Joachim Gauck

Ich bin ein Nationalsozialist, - ein Nazi -

In der Bild-Sonderausgabe vom 7. Juni 2018 kamen Sie, Herr Gauck, zu Wort, und ich hoffe, dass Bild-Journalist Julian Reichelt Sie, Herr Gauck, richtig zitiert hat, denn sehr oft zitieren Journalisten zweckentstellend, was der Interviewte wirklich gesagt hat. Das habe ich aus eigener Erfahrung erlebt. Also, angeblich haben Sie, Herr Gauck, gesagt, ich zitiere aus dem Zusammenhang, dass aus dem Nationalsozialismus (unter Hitler) ein aggressiver Nationalismus wurde. Es wurde Hass auf andere Völker geschürt oder – wie gegenüber Juden – auf Teile der eigenen Bevölkerung. Zitat Ende.

Ich folgere nun daraus, dass es auch einen nicht aggressiven Nationalsozialismus gibt, was heißt, Nationalsozialismus ist nicht immer gleich Nationalsozialismus, ist nicht immer gleich eine völkermordende politische Gesellschaft. Nationalismus ausleben heißt laut deutschen Lexikon, ich zitiere: Setzt die Interessen des eigenen bestehenden oder erstrebten Staates zum einzigen Leitziel des politischen Handelns. Zitat Ende.

Und wenn die Interessen darin bestehen, Sozialismus als Leitziel durchzusetzen, dann kann ich daran nichts Verwerfliches erkennen. Nationalstaaten können friedlich und freundschaftlich nebeneinander existieren, mit ausgehandelten Vereinbarungen, die für alle Nationalstaaten von Nutzen sein können. Nationalstaaten müssen sich nicht immer feindlich gegenüberstehen, sondern respektvoll. Sie können sich auch gegenseitig ergänzen, man kann gegenseitig profitieren. Fakt ist aber, Nationalsozialismus wird heute nur als eine verbrecherische, mordende Politik verteufelt und verurteilt. Für die meisten Politiker heute gibt es gar keinen nicht aggressiven Nationalsozialismus, Herr Gauck. Das ist für mich gewertet pure Heuchelei oder Unaufrichtigkeit von Politikern. Über die Heuchelei schrieb schon der Philosoph Arthur Schopenhauer sinngemäß, ich zitiere: Heuchelei ist anerkannter gesellschaftlicher Umgang, weil die Heuchelei wie ein dicker Vorhang alles dahinter verstecken kann, was so garstig und widerlich ist, was die Menschen am liebsten gar nicht wissen sollen. Zitat Ende

Garstig und widerlich, weil unaufrichtig, ist nun z. B., dass es doch einen guten Nationalismus geben kann, was man aber nicht wissen soll. Fakt ist, die Deutschen damals unter Hitler wollten einen nicht aggressiven Nationalsozialismus, den Hitler auch tatsächlich versprach.

Um meine Glaubwürdigkeit nun zu unterstützen, zitiere ich wieder aus dem Handlexikon des ehemaligen Ullstein Verlags:

Zur Taktik der Nazis gehörte oft die Täuschung über die eigentlichen militanten und expansiven Ziele. Zum Beispiel versprach Hitler innenpolitisch „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ (das ist eine gute soziale Politik) und außenpolitisch keine territorialen Forderungen mehr. Zitat Ende. (Das heißt, keine kriegerischen Eroberungen von fremdem Lebensraum)

Also, wenn das so in einem deutschen Lexikon steht, dann wird es schwer sein, das anzuzweifeln.

Fakt war aber nun tatsächlich, dass die Finten, die politischen Fallen, die in Hitlers Nationalsozialismus steckten, vielfach von der Bevölkerung und sogar von Diplomaten als Finten, als Fallen, nicht erkannt wurden. Zitat Ende.

Fakt war einmal mehr, Hitler schuf wieder mehr neue Arbeitsplätze, z. B. den Bau der Autobahn oder die Einrichtungen für die Olympiade. Es gab zunehmend wieder besseren Wohlstand. Und Hitler wollte, dass jeder Deutsche einmal ein bezahlbares Auto fahren sollte, einen sogenannten Volkswagen, der dann aber erst nach dem Krieg real wurde.

Und heimlich nun bereitete sich Hitler auf einen Angriffskrieg gegen Polen vor. Wie Hitler nun die Deutschen täuschte, erlebte man, als Hitler gesagt hat, Polen hat Deutschland angegriffen, ab heute wird zurückgeschossen. Hitler hat die Deutschen belogen, weil er wusste, was er den Deutschen versprochen hatte, ich zitiere noch einmal: Keine territorialen Forderungen mehr.

Meine Meinung ist nun die: Hitler hat den Nationalsozialismus nur benutzt, aber im Grunde genommen war Hitler eher ein Faschist, das ist ein ultranationaler Mensch, der extremen aggressiven Nationalismus auslebt, der weit über einen aggressiven Nationalismus hinausgeht.

Eine Unterstützung dessen, was ich gerade beschrieben habe, bekam ich von unserem ehemaligen deutschen Papst Benedikt XVI bestätigt. In einer Rede des Papstes im früheren Konzentrations- und Vernichtungslager Ausschwitz-Birkenau sagte er, ich zitiere aus dem Zusammenhang, er sei „Sohn eben dieses Volkes, von dem eine Gruppe“, ich betone, eine Gruppe, „von Verbrechern die Führungsgewalt durch falsche Versprechen erhalten hat“. Zitat Ende.

Die Empörung war natürlich weltweit groß. Es heißt, Papst Benedikt XVI befreit das deutsche Volk von seiner Verantwortung. Zitat Ende.

Das heißt, der Papst sagt damit aus, dass eine Gruppe von Verbrechern den Holocaust vollzogen hat, nicht aber das ganze deutsche Volk im Allgemeinen. Durch Historiker, unter ihnen ein jüdischer Professor, erfuhr ich nun, zirka 200.000 deutsche Täter und Mittäter waren am Holocaust beteiligt und ich vermute, die meisten waren Mittäter, die nicht selbst gemordet haben, nicht selbst vergast haben.

Die Frage stellt sich nun, handelten 200.000 Deutsche stellvertretend für das ganze deutsche Volk, das damals schätzungsweise aus 70 Millionen Deutschen bestand oder waren diese 200.000 eher nur eine Gruppe von deutschen Verbrechern?

Ich lasse diese Frage offen, man müsste das ausdiskutieren. Das ist auch Thema meines Berichtsbeitrags auf meiner Webseite – Stolpersteine, nein danke –, siehe in meinem Inhaltsverzeichnis, wo ich die deutschen Generäle verantwortlich mache für den Holocaust, den nur die Generäle verhindern hätten können. Denn der Holocaust war ein Kriegsverbrechen, an dem sich alle Generäle schuldig machten, die von diesen Verbrechen wussten. Die Bevölkerung in Deutschland, weitab von den Vernichtungslagern in Polen, wusste fast zu 100 % nichts von diesen Verbrechen. Zudem bestand die deutsche Bevölkerung in den Kriegszeiten, denn da erst fand der Holocaust statt, vorwiegend aus Frauen und Kindern und nicht kriegsfähigen Männern. Und Hitler zu stoppen wäre nur mit Gewalt möglich gewesen. Demokratisch mit einem Stimmenzähler hätte man den Alleinherrscher nicht mehr abwählen können.

Ich habe mein Thema – Stolpersteine, nein danke – an den Zentralrat der Juden gemailt und auch dem rbb zugesandt, der ja ausdrücklich interessiert ist an Zuschauermeinungen, aber ich bekam trotz meiner Sympathie für das Herausreißen der Stolpersteine, die ich unumwunden zugab und begründet habe, noch nicht einmal eine verheerende Kritik. Meine Freunde sagten mir, dass man keine überzeugenden Gegenargumente hatte und man deshalb feige mein Thema einfach tabuisierte. Wen wundert es dann, wenn man sich der AfD zuwendet, frage ich mich?

Was glauben Sie nun, Herr Gauck, wird man jetzt von Ihnen denken, wenn Sie sagen, dass Hitler einen aggressiven Nationalsozialismus vollzog, was eben auch heißt, dass es einen nicht aggressiven Nationalsozialismus gibt? Das steckt in Ihren Worten mit drin, was eben auch heißt, dass Nationalismus, dass Nationalsozialismus, nicht immer einheitlich gleichzusetzen ist mit Menschenmassenmord, mit Vergasungen von Müttern und ihren Kindern. Nach dem Motto, Nationalsozialismus ist in jedem Fall verbrecherisch, ist in jedem Fall mörderisch.

Fakt war aber nun auch, Hitler übergoss die Deutschen mit seinem Judenhass, den das deutsche Volk selbst so nicht erlebte. Das deutsche Volk ist aber nicht nass geworden von Hitlers Judenhass. Es gelang dem Einpeitscher J. Goebbels nicht, Hitlers Judenhass auf die deutsche Bevölkerung zu übertragen. Wenn es heißt, kauft nicht bei Juden, ist die Bevölkerung – so auch meine Mutter – nachts von hinten herum bei den Juden einkaufen gegangen. Dennoch hatte die deutsche Bevölkerung auch wirklich nichts unternommen, diesem Judenhass von Hitler entgegenzutreten. Es gab keine Solidarität mit den Juden, jedenfalls mehrheitlich nicht. Denn ohne gewalttätigen Widerstand hätte man gegen Hitler sowieso nichts erreichen können. Zudem hatten die Nichtjuden Angst vor der SS, wenn sie Juden Beistand geleistet hätten. Jedenfalls sah die deutsche Bevölkerung den Vertreibungen tatenlos zu. Auch war der aufkommende neue Wohlstand den Deutschen lieber als sich für Juden gewaltbereit einzusetzen. Aber von Ermordungen, von Völkermord an Juden, von Vergasungen von Müttern und Kindern war von Hitler nie die Rede, auch stand davon nichts in dem Buch „Mein Kampf“. Es gab nie eine schriftliche Aussage von Hitler, dass er Juden ermorden, vergasen will. Es gab noch nicht einmal einen schriftlichen Befehl von Hitler an das Militär. Hitler hätte nie ein Kriegsverbrechen befehlen können. Niemand ahnte etwas davon, was in Hitlers Gehirn wirklich vor sich ging.

Noch einmal: Wie hätten die Deutschen wissen können, was später in den Kriegsjahren in Hitlers Kopf vor sich geht?

Fakt ist, der ganze Judenhass, die ganzen Vertreibungen, haben nichts mit dem Holocaust zu tun. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Wer sagt, weil wir auch den Vertreibungen von Juden tatenlos zugesehen haben, sind wir auch am Holocaust schuld, ist ein Lügner. Ich sage einmal etwas ganz Ironisches: Hätte Hitler es geschafft, vorzeitig alle Juden zu vertreiben, hätten viele Juden, viele Mütter und ihre Kinder überlebt. Hätte Hitler die Deutschen, die zur Hälfte aus Frauen bestanden, ehrlich befragt, wollt ihr, dass ich alle Juden ermorde, vergase, denn die Juden sind an allem schuld, was in der Welt passiert, hätte das deutsche Volk garantiert nein gesagt. Oder ist jemand anderer Meinung? Ich will das wissen. Dazu mehr in meinem Themenbeitrag „Stolpersteine, nein danke“, siehe Inhaltsverzeichnis.

Und nun, Herr Gauck, erwarte ich zumindest von Ihnen eine Antwort, die gewiss nicht gut ausfallen wird, aber immerhin eine Reaktion ist auf das, was ich geschrieben habe und ich daraus vielleicht neue Erkenntnisse gewinnen kann. Ich bin gespannt, was für Ausreden Sie haben, wenn Sie schreiben lassen, dass es einen aggressiven Nationalismus gab, was ja dann auch heißt, dass es einen nicht aggressiven Nationalismus gibt bzw. einen nicht aggressiven Nationalsozialismus.

Ach ja, beinahe hätte ich folgende Fragen an Sie vergessen: Das Landgericht Köln sprach am 7. Mai 2012 in zweiter Instanz ein Urteil, das die Beschneidung von Jungen als Körperverletzung einstuft, welche durch eine religiöse Motivation und dem Wunsch der Eltern nicht gerechtfertigt werde und nicht im Wohle des Kindes sei. Zitat Ende. Diese Beschneidung, Herr Gauck, verstößt ganz klar gegen die Würde des Menschen, gegen die Würde dieser Kinder, die angeblich unantastbar ist. (siehe rbb: Beschneidung auf dem Küchentisch) Tatsächlich kam es auch schon sehr, sehr vereinzelt zu Todesfällen bei der Beschneidung und bei einer sexuellen Selbstbefriedigung kommt es zu mehr Problemen als bei nicht beschnittenen Jugendlichen. Wie ist Ihre Meinung nun dazu, Herr Gauck? Natürlich erscheint Ihre Antwort anhängend auf meiner Webseite. Tausende lesen, was ich schreibe, Herr Gauck, dann auch Ihre Antwort.

Mit besten Grüßen,
Joachim König, Berlin

joachim.koenig@gmx.net



 

 
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